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Artikel | saldo 9/2000

Autovermittlung - Böses Erwachen zu Hause

Der Berner Autovermittler Ruedi L?di nimmt junge Touristen aus, die mit seinen Wagen durch Nordamerika fahren.

Weite Steppen, endlose Strassen, unber?hrte Nationalparks: Wer Nordamerika so erleben will, braucht ein Auto. "Kaufen ist auf l?ngere Zeit g?nstiger als mieten", rechneten Sibylle Eugster und Christian Graber aus Altst?tten SG aus. Das junge Paar bestellte f?r ihre f?nfmonatige Reise bei "Ruedis Autovermittlung" in Zollikofen BE einen Van und bezahlte vor der Abreise letzten Juni rund 8200 Franken.

Zur?ck in der Schweiz die ?berraschung: Statt wie vertraglich abgemacht 3075 Franken sollen sie f?r den Van noch ganze 785 Franken erhalten. Grund: Inhaber Ruedi L?di hat den letzten Service voll seinen K?ufern verrechnet - fast 2300 Franken. Graber ist emp?rt:
"Wir mussten das Auto alle 3000 Meilen umfassend warten lassen. Am Schluss liess ‹Ruedis Autovermittlung" nochmals einen Service auf unsere Kosten machen.›


Der Autovermittler ist in der Branche kein Unbekannter

Obwohl im R?ckgabeprotokoll keine mechanischen Sch?den vermerkt sind, liess der Besitzer 17 Teile ersetzen - darunter alle Reifen und Stossd?mpfer. F?r den Ombudsmann der Reisebranche, Nicolas Oetterli, ist dies strikt unzul?ssig: "Ich wehre mich vehement gegen solche Praktiken, bei denen K?ufern nach ihrer Heimkehr Reparaturen verrechnet werden, die bei der R?ckgabe des Wagens im Protokoll nicht vermerkt wurden."

Nachdem Graber bei L?di reklamierte, verrechnete dieser pl?tzlich weniger: Anstelle von 3075 Franken m?ssen die Rheintaler nun mit 1167 Franken zufrieden sein.

Der Autovermittler hat sich in seinen Vertr?gen clever abgesichert: Letzter Service und Reparaturen gehen zu Lasten des Kunden, heisst es darin. L?dis Tricks sind auch Andy Keller, Gesch?ftsleitungsmitglied des Reiseb?ros Globetrotter in Bern, bekannt. Er bezeichnet es als absolut un?blich, den letzten Service und Reparaturen auf die Kundschaft abzuw?lzen. "Ein seri?ser Anbieter macht das nicht. Wir unterhalten mit "Ruedis Autovermittlung" seit f?nf Jahren keine Gesch?ftsbeziehung mehr."

L?dis Masche hat System: Andrea St?ckli und Adrian Alt aus Gettnau LU erlitten auf ihrer USA-Reise einen Getriebeschaden. Sie mussten 2000 Franken zus?tzlich an "Ruedis Autovermittlung" bezahlen - dies obwohl ihnen der amerikanische Garagist sagte, dass es sich um einen Fabrikationsfehler handle und nicht ihr Verschulden sei.

L?di h?lt dem entgegen, "dass Frau St?ckli keine Entsch?digung zusteht, da sie freiwillig keine Garantie auf das Getriebe unterschrieben hat". Tatsache ist aber: Diese w?re laut Vertrag ohnehin nur einen Monat oder 2000 Meilen g?ltig gewesen.

Die Rechtsschutzversicherung Assista TCS hat sich f?r St?cklis Forderung eingesetzt - mehrere Beschwerden ?ber den Autovermittler gingen bei der Assista ein. Juristischer Haken: Gerichtsstand USA.


L?di bestreitet, dass seine Rechnungen ?berrissen sind

Auch Peter Rusch und Karin Br?llhardt aus M?llheim TG blieb nicht viel mehr ?brig, als L?dis letzte R?ckzahlungsofferte zu unterschreiben. Ihnen hat der Fahrzeugh?ndler 5700 Franken f?r die Schlussreparatur abgezogen. Anstelle von 6700 Franken sollten sie noch 958 Franken erhalten - dies obwohl Rusch die vorgeschriebenen Wartungsarbeiten machen liess.

Er schaltete Reise-Ombudsmann Nicolas Oetterli ein. Dieser erreichte, dass Rusch wenigstens 2200 Franken erhalten hat. Oetterli erachtet solche Vertr?ge als problematisch, wenn Kunden von einem relativ hohen R?ckkaufswert ausgehen und am Schluss bloss einen Bruchteil davon erhalten.

Auff?llig: In allen drei F?llen hat der Autovermittler seine Rechnung zu Gunsten der Betroffenen leicht korrigiert, nachdem sie sich gewehrt hatten. L?di bestreitet aber, dass seine Abrechnungen ?berrissen sind. "Der Kunde ist selber f?r den sorgf?ltigen Umgang mit dem Fahrzeug verantwortlich. Ich verrechne Sch?den nur verursachergerecht." Eine faule Ausrede: Alle Betroffenen k?nnen nachweisen, dass sie die geforderten Services ordnungsgem?ss machen liessen.

Von den Traumferien USA bleibt nur noch ein Loch in der Kasse. Pe

10. Mai 2000


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Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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