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Neue Reinigungsmittel sollen die ungeliebte Handwäsche ersetzen. Im Test entfernten sie Kaffee- und Rotweinflecken aber nicht vollständig.
Die Seidenbluse kann nur chemisch gereinigt werden? Der Wollpullover verträgt nur Handwäsche? Der Gang zum Textilreiniger ist umständlich und kostet, die Handwäsche unbeliebt. Der Ärger mit den Flecken auf delikaten Kleidern soll jetzt der Vergangenheit angehören.
Kassensturz testete zwei neue Pflegeprodukte, die bequem zu Hause im Tumbler delikate Kleidungsstücke auffrischen sollen. Dryel von Procter & Gamble und Svit von Henkel sind zur Reinigung von Kleidung gedacht, die eigentlich nur von Hand gewaschen werden kann oder in die Reinigung muss.
Ziel: Die Kleidung auffrischen und Gerüche überdecken
Und so funktionieren die neuen Heimreiniger von Textilien: Zuerst müssen die Flecken mit einer Flüssigkeit behandelt werden. Dann steckt man die vorbehandelten Kleider in den mitgelieferten Beutel - und für 30 Minuten in den Tumbler. Die Hitze des Tumblers aktiviert ein beigelegtes Tuch: Daraus verdunstende Feuchtigkeit durchdringt die Fasern. So sollen, laut Werbung, die Kleider aufgefrischt und die unangenehmen Gerüche überdeckt werden.
Anhand von drei Kleidungsstücken untersucht das Textilinstitut Testex in Zürich die Reinigungskraft der neuen Mittel. Ist der Wollpullover geschrumpft? Sind die Kaffeeflecken auf der Seidenbluse verschwunden? Ist die Bügelfalte der Hose noch da? Resultat: Die beiden Pflegeprodukte Svit und Dryel ersparen den Gang in die chemische Reinigung nicht. Jean-Pierre Haug von der Testex: "Zwar gehen die Kleider nicht ein und gewisse kleine Flecken verschwinden, doch beide Reinigungsmittel entfernen Kaffee- und Rotweinflecken ungenügend."
Michèle Grégory von Dryel-Hersteller Procter & Gamble gesteht: "Kleine, frische Flecken können sehr leicht entfernt werden. Grosse Problemflecken könnten aber eine professionelle Reinigung erfordern."
Der Kassensturz-Vergleich zeigt zudem: Svit und Dryel hinterlassen bei den Textilien einen intensiven Geruch, der von den Testern als "weichspüler- oder waschmittelähnlich" eingestuft wird.
Geruchssubstanzen können Auslöser von Allergien sein
Für Rolf Münch, Geschäftsführer von Henkel Schweiz, ist der Geruch ein subjektiver Faktor: "Zwei Drittel unserer Testpersonen kamen zum Schluss, dass Svit die Kleider sehr gut auffrischt."
Ein Duft, der jedoch problematisch sein kann: Immer mehr Menschen reagieren auf geruchsaktive Substanzen mit Allergien. Laut der Zeitschrift "Öko-Test" kann das Produkt zu Irritationen führen.
Der unabhängige Textilprüfer Haug bestätigt: "Für empfindliche Haut sind die Produkte nicht zu empfehlen."
Samira Matta
12. April 2000
