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Handschuhe mit Protektoren sollten Snowboarder vor problematischen Knochenbrüchen schützen. Allerdings: Experten halten viele Modelle für wirkungslos.
Der Bruch des Handgelenks gehört zu den häufigsten Verletzungen beim Snowboarden. Das ist deshalb gravierend, weil Brüche im Gelenk oft Spätfolgen nach sich ziehen, etwa Arthrose. Aber: «Fast alle wissenschaftlichen Studien zeigen, dass Handgelenk-Protektoren das Risiko solcher Brüche verringern», sagt Frank Michel, Experte für Unfallprävention im Schneesport bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU). Weniger klar ist, ob auch Handschuhe mit kleinen, harten und oft schlecht platzierten Plastik-Protektoren die Energie bei einem Sturz genügend dämpfen.
Nur ein Modell mit «guten» Protektoren
K-Tipp und «Kassensturz» haben deshalb 15 Snowboard-Handschuhe mit Schutzelementen testen lassen. In Labors gibt es keine verlässliche Prüfmethode. Aus diesem Grund haben Experten die Modelle auf Verletzungsschutz und Praxistauglichkeit geprüft (siehe unten «So wurde getestet»). Die meisten Handschuhe überzeugten überhaupt nicht. Die Prüfer haben gerade mal 4 Modelle als «genügend» eingestuft. «Gute» und «sehr gute» Handschuhe gibt es unter den Testprodukten keine. Immerhin attestierten die Snowboard- und Unfallspezialisten dem «genügenden» Testsieger von Reusch, dass er die Handgelenke bei einem Sturz «gut» schützt. Er ist für Frauen und Männer erhältlich.
Am häufigsten kritisierte die Expertenrunde, dass die Protektoren zu wenig eng an der Hand anliegen. Wenn also das Handgelenk beim Abstützen auf dem Schnee abknickt, macht der Handschuh die Bewegung mit, statt dem Druck standzuhalten. Da nützt auch der beste Protektor nichts. Die Experten wünschen sich deshalb bei einigen Model- len zusätzliche und breitere Klettbänder. Denn so liessen sich die Protektoren satt an der Hand fixieren. Häufige Kommentare waren denn auch: Protektor «hat Alibifunktion», «dreht weg» oder «verrutscht».
«Protektor drückt aufs Handgelenk»
Die Hersteller sind mit den Ergebnissen nicht einverstanden. Die Firma Level schreibt, ihr «Biomex»-Protektor habe einen Daumenring, der den Protektor in Position halte, wenn der Sportler stürze. Snowlife hält fest, ihr sei kein Fall bekannt, bei dem sich ein Snowboarder mit einem «Snowlife» am Handgelenk verletzt hätte. Beim Tragkomfort waren die Noten nicht viel besser als bei der Schutzwirkung. Zum Teil störten die Protektoren: «drückt aufs Hand- gelenk», «schmerzt», so die Experten. Bei einigen Modellen wurden die Innenhandschuhe beim Ausziehen mit herausgezogen.
Fazit: Tragen Snowboarder Handschuhe mit Protektoren, lassen sich langwierige Verletzungen grundsätzlich verhindern. Doch viele Modelle sind verbesserungswürdig. Wer Handschuhe mit Protektoren kauft, sollte sich für eines der besseren Modelle im Test entscheiden.
Kauf-Tipps für Handschuhe
In vielen Snowboard-Handschuhen schützen die Protektoren zu wenig. Darauf sollten Sie beim Kauf achten:
So wurde getestet
Ein Expertengremium hat am Biomedizinischen Institut der ETH Zürich die 15 Hand-schuhe für Snowboarder geprüft. Die Kriterien:
Schutz vor Handgelenksverletzungen
Praxistauglichkeit
Das Experten-Team: Spezialisten für Schneesport-Protektoren und Snowboard-Instruktoren, ein Hochschul-Sportlehrer für Snowboard und ein ETH-Biomediziner.
21. November 2009 | Rolf Muntwyler, Redaktion K-Tipp/Saldo