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Test | K-Tipp 20/2009

Snowboard-Handschuhe

Handschuhe mit Protektoren sollten Snowboarder vor problematischen Knochenbrüchen schützen. Allerdings: Experten halten viele Modelle für wirkungslos.

Der Bruch des Handgelenks gehört zu den häufigsten Verletzungen beim Snowboarden. Das ist deshalb gravierend, weil Brüche im Gelenk oft Spätfolgen nach sich ziehen, etwa Arthrose. Aber: «Fast alle wissenschaftlichen Studien zeigen, dass Handgelenk-Protektoren das Risiko solcher Brüche verringern», sagt Frank Michel, Experte für Unfallprävention im Schneesport bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU). Weniger klar ist, ob auch Handschuhe mit kleinen, harten und oft schlecht platzierten Plastik-Protektoren die Energie bei einem Sturz genügend dämpfen.


Nur ein Modell mit «guten» Protektoren

K-Tipp und «Kassensturz» haben deshalb 15 Snowboard-Handschuhe mit Schutzelementen testen lassen. In Labors gibt es keine verlässliche Prüfmethode. Aus diesem Grund haben Experten die Modelle auf Verletzungsschutz und Praxistauglichkeit geprüft (siehe unten «So wurde getestet»). Die meisten Handschuhe überzeugten überhaupt nicht. Die Prüfer haben gerade mal 4 Modelle als «genügend» eingestuft. «Gute» und «sehr gute» Handschuhe gibt es unter den Testprodukten keine. Immerhin attestierten die Snowboard- und Unfallspezialisten dem «genügenden» Testsieger von Reusch, dass er die Handgelenke bei einem Sturz «gut» schützt. Er ist für Frauen und Männer erhältlich.

Am häufigsten kritisierte die Expertenrunde, dass die Protektoren zu wenig eng an der Hand anliegen. Wenn also das Handgelenk beim Abstützen auf dem Schnee abknickt, macht der Handschuh die Bewegung mit, statt dem Druck standzuhalten. Da nützt auch der beste Protektor nichts. Die Experten wünschen sich deshalb bei einigen Model- len zusätzliche und breitere Klettbänder. Denn so liessen sich die Protektoren satt an der Hand fixieren. Häufige Kommentare waren denn auch: Protektor «hat Alibifunktion», «dreht weg» oder «verrutscht».


«Protektor drückt aufs Handgelenk»

Die Hersteller sind mit den Ergebnissen nicht einverstanden. Die Firma Level schreibt, ihr «Biomex»-Protektor habe einen Daumenring, der den Protektor in Position halte, wenn der Sportler stürze. Snowlife hält fest, ihr sei kein Fall bekannt, bei dem sich ein Snowboarder mit einem «Snowlife» am Handgelenk verletzt hätte. Beim Tragkomfort waren die Noten nicht viel besser als bei der Schutzwirkung. Zum Teil störten die Protektoren: «drückt aufs Hand- gelenk», «schmerzt», so die Experten. Bei einigen Modellen wurden die Innenhandschuhe beim Ausziehen mit herausgezogen.

Fazit: Tragen Snowboarder Handschuhe mit Protektoren, lassen sich langwierige Verletzungen grundsätzlich verhindern. Doch viele Modelle sind verbesserungswürdig. Wer Handschuhe mit Protektoren kauft, sollte sich für eines der besseren Modelle im Test entscheiden.


Kauf-Tipps für Handschuhe

In vielen Snowboard-Handschuhen schützen die Protektoren zu wenig. Darauf sollten Sie beim Kauf achten:

  • Wenig geübte Snowboarder sind die grösste Risikogruppe, weil sie am häufigsten auf die Hände fallen: Deshalb unbedingt Handschuhe mit Protektoren tragen!
  • Ist der Protektor nicht gut an der Hand fixiert, nützt er nicht viel. Legen Sie zum Test die ausgestreckte Hand auf eine Fläche und bewegen Sie den Arm über die Hand nach vorn. Wenn der eingenähte Protektor «ausweicht» oder die Bewegung nicht durch Klettverschlüsse hemmt, ist kein effektiver Schutz zu erwarten.
  • Behalten Sie den Handschuh im Laden ein paar Minuten an. Denn häufig pieksen oder schmerzen die eingenähten Protektoren schon nach kurzer Tragezeit. Testen Sie, ob übliche Tätigkeiten wie Reissverschlüsse bedienen mit Handschuhen überhaupt möglich sind.
  • Ein Snowboard-Handschuh muss an Stellen wie den Fingerkuppen verstärkt sein. Sonst nützt er sich rasch ab.
  • Der Preis der SnowboardHandschuhe hängt nicht primär von den Protektoren ab.



So wurde getestet

Ein Expertengremium hat am Biomedizinischen Institut der ETH Zürich die 15 Hand-schuhe für Snowboarder geprüft. Die Kriterien:

Schutz vor Handgelenksverletzungen

  • Sind Position, Grösse und Form des Protektors zweckmässig?
  • Wie gut schützt er beim Sturz aufs Handgelenk?
  • Kann er die aufs Handgelenk einwirkende Energie dämpfen?


Praxistauglichkeit

  • Erlaubt der Protektor eine angenehme und natürliche Stellung der Hand?
  • Kann man den Handschuh einfach an- und ausziehen?
  • Kann man mit dem angezogenen Handschuh die Bindung lösen und Skilift fahren?
  • Ist der Protektor im Handschuh störend, verursacht er Schmerzen?


Das Experten-Team:
Spezialisten für Schneesport-Protektoren und Snowboard-Instruktoren, ein Hochschul-Sportlehrer für Snowboard und ein ETH-Biomediziner.

21. November 2009 | Rolf Muntwyler, Redaktion K-Tipp/Saldo


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Kein einziger Handschuh schützt gut – und ist bequem
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