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Die Schweizer Kissenhersteller halten, was sie versprechen. Vor allem verwenden sie beste Federn und Daunen. Nur ein Produkt fällt ab.
Kissen seien eine individuelle Sache, sagt Paul Konrad, Chef der Schweizer Bettwarenfabrik Billerbeck. «Die Ansprüche bezüglich Stützkraft und Formbarkeit unterscheiden sich stark.» Kaum Unterschiede gibt es jedoch bei der Kissenwerbung: «Perfekter Liegekomfort», «Federn und Daunen für natürliches Wohlgefühl» oder «das Kopfkissen für himmlischen Schlaf» – so werben die Hersteller.
Ob der Schlaf auf besagtem Kissen tatsächlich himmlisch ist, lässt sich nicht testen – anderes schon. K-Tipp und «Kassensturz» haben zehn Feder-Kopfkissen im spezialisierten Institut Hohenstein (D) untersuchen lassen: auf die Qualität von Inhalt und Bezug, auf den Zustand nach dem Waschen und auf weitere Kriterien (siehe unten «So wurde getestet»).
Geprüft wurden wenn möglich Pfulmen, also Kissen im meistverkauften Format 65 x 100 cm. Bis auf zwei stammten alle aus Schweizer Produktion. Die Preise liegen zwischen 50 und 139 Franken. Das einzige klar günstigere Kissen von Ikea (Fr. 16.95) ist mit 50 x 60 cm nur etwa halb so gross wie die Pfulmen.
Übers Ganze gesehen war die Qualität bestechend. «Es war streckenweise eine Freude, diese Ware in den Händen zu halten», lobt Getrud Kenngott vom Institut Hohenstein die Federnqualität. Auch waren die Federn ausnahmslos neu. Das ist nach Kenngotts Erfahrung nicht selbstverständlich. Oft stecke auch weniger edler Inhalt in Kissen: verdickte, kurze Kiele, gebrochene Federn oder winzige Daunenfetzchen. Bei allen getesteten Kissen war die Qualität mindestens «gut».
Ärgerlich ist, wenn beim Wechseln der Bezüge Federchen herumfliegen. Das Prüflabor führte deshalb einen EU-Normtest durch und zählte die ausgetretenen Federchen. Bis auf das Conforama-Produkt, bei dem 14 Federchen herauskamen, hatten alle Kissen dichte Hüllen.
Kissen müssen auch mal gewaschen werden. Entscheidend war in diesem Kriterium, ob sich das Kissen in Form und Festigkeit veränderte. Einige der Kissen im Test waren nach dem Waschen «praller und fester». Das ist jedoch nicht erwünscht. Hersteller Billerbeck sieht das anders: Alle qualitativ guten Federn «haben nach dem Tumblern mehr Volumen», schreibt Billerbeck-Geschäftsleiter Paul Konrad. Durch das Waschen erhielten die Kissen wieder mehr Spannkraft und fühlten sich dadurch etwas praller an.
Schliesslich waren einige Kissen mit optischen Aufhellern behandelt – eine Belastung für Umwelt und Gesundheit, da Allergien auftreten können. Zu den Testresultaten schreibt Interio, das «gute» Kissen Classic Soft werde neu von Dorbena hergestellt. Die Bezeichnung sei gleich, das Kissen klar besser. Die getestete Version gebe es nur noch vereinzelt.
Ob die Federn tierquälerisch, nämlich von lebenden Tieren, gerupft wurden konnte nicht beurteilt werden. Die Hersteller lassen sich von ihren Lieferanten – vor allem aus Osteuropa und China – zwar das Gegenteil bestätigen. Das ist jedoch schwer zu überprüfen. Markus Freuler, Präsident des Verbands Schweizer Bettwarenfabriken, sagt, man richte neu eine unabhängige Kontrolle ein.
Im Februar hatte der «Kassensturz» aufgedeckt, dass das Ikea-Kissen Gosa Näva Federn aus Lebendrupf enthält. Ikea bezieht nach eigenen Angaben keine Federn mehr über diesen Lieferanten, hat aber noch einige der Kissen in den Regalen.
So wurde getestet
Der K-Tipp liess 10 Federkissen im hessischen Institut Hohenstein auf die Qualität untersuchen. Die einzelnen Kriterien:
Die kleine Kissenkunde
Hier eine Entscheidungshilfe für den Kissenkauf.
13. September 2009 | Rolf Muntwyler, Redaktion K-Tipp/Saldo
