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Die Qualität und die Handhabung von Schnurlostelefonen sind besser geworden. Bei der Strahlung sind die Unterschiede aber gewaltig.
Wer sein altes Telefon ersetzt, entscheidet sich heute oft für ein schnurloses Telefon. Das erlaubt es, während des Sprechens herumzugehen und beispielsweise Hausarbeiten zu erledigen. Lange Wartezeiten bei einer Hotline lassen sich so sinnvoll nutzen. Telefone ohne Kabel haben den Anbietern hohe Verkaufszahlen beschert. Seit 1997 gingen jährlich stets mindestens 300’000 Schnurlosapparate über den Ladentisch, zeitweise waren es über 600’000 Stück. Die aktuellen Modelle bieten kaum noch Neuerungen. SMS-Funktion und andere Extras sind in immer mehr Geräten eingebaut. Auf dem Gebiet der Strahlungsreduktion geht es allerdings nur harzig vorwärts.
Welche Telefone bieten die beste Qualität, sind einfach zu bedienen und haben die Strahlung im Griff? saldo hat zehn der meistverkauften Apparate eingekauft und sie im Labor PZT im deutschen Wilhelmshaven untersuchen lassen. Bei der Qualität und Handhabung ist das Niveau hoch. Die Menüführung stuft das Labor in allen Fällen als «gut strukturiert» ein. Bei einigen Geräten ist das Display nicht optimal: Bei den Hörern von Panasonic, beiden Gigaset-Modellen und Swisscom Aton CL 108 fielen den Experten störende Spiegelungen bei heller Umgebung auf. Um eine Nummer ins Telefonbuch aufzunehmen, müssen im besten Fall eine (Switel 601), im schlechtesten Fall vier Tasten (Grundig) gedrückt werden.
Gute Qualität für einen günstigen Preis
Auch Geräte für 100 Franken oder weniger sind im «guten» Bereich. Das gilt vor allem für Philips C 650 und Aton CL 110, aber auch für die Switel-Modelle und Swissvoice Aris 135. Nur Selio Eco von Grundig fällt etwas ab. Fust, der Schweizer Verkäufer des Grundig-Geräts, hat keine Stellung zu den Testresultaten bezogen. Das Selio Eco gehört zu den fünf Geräten, die ohne Unterbruch Funkwellen aussenden. Ein Funkkontakt zwischen Basis und Hörer ist aber überflüssig, wenn der Hörer in der Basisstation steht. Trotzdem verzichten Firmen wie Grundig und Switel auf eine Abschaltfunktion.
Früher hiess es, ein solcher Modus sei technisch unmöglich. Seit rund vier Jahren sind nun Geräte mit Abschaltmodus erhältlich, Swisscom- und Swissvoice-Telefone mit Ecomode. Der Ecomode war bisher nur umständlich zu aktivieren. Und in der Bedienungsanleitung fehlte ein Hinweis dazu. Zudem funktionierte der Ecomode nicht, wenn zusätzliche Handapparate verwendet wurden.
Vier Geräte ohne Strahlung im Standby
Die neuen Telefone von Swisscom (Aton CL 110 und CL 108) sowie Gigaset (CD 650 und SL 780) bieten in Bezug auf Strahlung eine fast revolutionäre Neuerung. Die Telefone schalten die Funkverbindung vollständig ab, wenn der Hörer einige Minuten nicht gebraucht wird, und zwar auch mit Zusatzapparaten. Die Basisstation macht nur ab und zu Verbindungskontrollen. Die Strahlung beschränkt sich damit auf die Zeit, in der telefoniert wird. Dieser Modus ist bei Swisscom (Ecomode Plus) wie bei Gigaset (Eco-Modus Plus) voreingestellt.
Bei allen vier Telefonen lässt sich ein Modus einschalten, der die Sendeleistung und damit die Strahlung heruntersetzt. Die Reduktion wirkt sich allerdings negativ auf die Reichweite aus. Und: Der Käufer muss sich für den einen oder den anderen Modus entscheiden. Zusätzlich reduziert sich bei den genannten Geräten die Strahlung automatisch, wenn der Hörer nahe der Basis positioniert ist. Aris 135 von Swissvoice funktioniert mit demselben Mechanismus, die Strahlungsminderung im Test war aber gering. Swissvoice schreibt, die Strahlung werde nicht reduziert, wenn weitere Handapparate in Betrieb seien.
Achtung: Teure Preise für Zusatzapparate
Im Test wurde auch die Strahlung der Hörer gemessen. Die Werte liegen deutlich unter den üblichen Werten für Handys. Das heisst aber nicht, dass die Strahlung des Handapparats harmlos ist. «Beim Telefonieren werden getaktete Funkwellen ganz nahe am Hirn ausgesendet», sagt ein Strahlenexperte des Prüflabors. «Eco» bedeutet Unterschiedliches: Der Begriff «Ecomode» bezog sich ursprünglich auf reduzierte Strahlung, bei Grundig bedeutet der Zusatz «eco» nun «energiesparend». Panasonic wirbt mit «eco ideas», der Standby-Stromverbrauch sei um 34 Prozent reduziert. Dennoch hat das Panasonic-Gerät im Test neben dem Aris 135 T und dem Switel DC 601 den höchsten Standby-Stromverbrauch.
Wer plant, Zusatzapparate in Betrieb zu nehmen, sollte auf die Preise der Handgeräte achten. Diese sind oft fast so teuer wie das Telefon selbst. Beim Gigaset SL 780 kostet ein Zusatz-Handapparat mit Ladestation gar 229 Franken. Bei den Telefonen mit Beantworter hat saldo auch diese testen lassen. Es ergaben sich kaum Differenzen. Deshalb fehlen die Resultate in der Tabelle (vgl. pdf-Artikel).
Auf einen Blick: Die Vor- und Nachteile der zehn Telefone
So wurde getestet: Sechs wichtige Prüfkriterien im Detail
Bedienung
Sprachqualität
Reichweite
Sprech- und Standby-Zeit
Falltest
Strahlung
23. August 2009 | Rolf Muntwyler, Redaktion K-Tipp/Saldo
