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Test | Gesundheits-Tipp 07+08/2009

Sonnenschirme

Viele Sonnenschirme bieten ungenügenden Schutz vor UV-Strahlen: Das zeigt ein Labortest des Gesundheitstipp.

Kühler Kopf trotz Sommerhitze: Ein guter Sonnenschirm machts möglich. Doch viele Produkte schützen nicht genügend vor den schädlichen UV-Strahlen. Das zeigt ein Test: Der Gesundheitstipp schickte zwölf Sonnenschirme von zehn verschiedenen Anbietern ins Labor (siehe unten «So wurde getestet»). Das Ergebnis: Weniger als die Hälfte der getesteten Schirme bieten einen guten UV-Schutz. Die Modelle von Coop, Manor, Obi und der beige Baumwollschirm von TopTip erhielten gar die Schlussnote «mangelhaft» (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Ruth Barbezat, Präventionsspezialistin der Krebsliga, erklärt: «Ein guter Sonnenschirm muss mindestens Schutzfaktor 20 haben.» Doch die Schirme von Obi und Manor haben laut Test nur Schutzfaktor 2.

Schirme mit Polyestergewebe schützen in der Regel besser vor UV-Strahlen als solche aus Baumwolle. Nur ein Baumwollschirm schnitt mit «sehr gut» ab – der dunkelblaue Schirm von TopTip. Der Vergleich zwischen ihm und seinem beigen Bruder zeigt klar: Dunkle Stoffe halten mehr UV-Strahlen ab als helle Bezüge.


Hersteller prüften Schirme nur im Neuzustand

Zudem kam beim Sonnenschirm-Test aus: Bei vielen Schirmen ist der Schutzfaktor falsch deklariert. So steht auf der Etikette von «Derby Siena» (Coop), der Test nach dem australischen Standard habe den Schutzfaktor 15 bis 24 ergeben. Doch der Labortest des Gesundheitstipp zeigt: Der Schirm schützt kaum vor UV-Strahlen – sein Schutzfaktor beträgt nur 10.

Eine Coop-Sprecherin sagt, der deklarierte Schutzfaktor von «Derby Siena» gehe auf einen Labortest zurück, bei dem nicht die von Coop verkaufte apfelgrüne Version geprüft wurde, sondern ein ähnlicher Schirm im Farbton Ecru. Coop sagt dennoch: «Wir sind der Meinung, dass der deklarierte Schutzfaktor aussagekräftig und der Sonnenschirm von einwandfreier Qualität ist.»

Ikea vermutet, dass der Unterschied zwischen dem deklarierten Schutzfaktor und dem schlechten Testresultat beim «Ramsö» in den unterschiedlichen Prüfmethoden liegt: Der Hersteller hatte den Schirm nicht nach dem Standard 801 testen lassen, sondern nur im Neuzustand. Jumbo sagt, auf seinem Baumwollschirm sei der Schutzfaktor nicht deklariert, weil er «grundsätzlich ein kühlender Schattenspender» sei.


Auch im Schatten brauchts Sonnencreme und -brille

Manor will seinen Nylon-Sonnenschirm «aufgrund des mangelhaften Testresultates» künftig nicht mehr verkaufen. TopTip verspricht: «Wir werden den beigen Baumwollschirm nochmals testen lassen. Falls sich das schlechte Resultat bestätigt, werden wir den Schirm aus dem Sortiment nehmen.» Und Obi sagt, der TNT-Schirm sei nur ein «Werbeartikel» und nicht im Standardsortiment.

Auch der beste Sonnenschirm genügt jedoch nicht, um sich wirksam vor den UV-Strahlen zu schützen. Ruth Barbezat von der Krebsliga erklärt: «Der Boden reflektiert je nach Beschaffenheit bis zu 50 Prozent der UV-Strahlen.» Deshalb empfiehlt die Expertin: «Auch unter dem Sonnenschirm sollte man sich mit Sonnenbrille, Sonnencreme und Kleidern vor den UV-Strahlen schützen.»


Tipps: Hautkrebs – So reduzieren Sie das Risiko

  • Schützen Sie sich konsequent vor UV-Strahlen. Denn mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko für Hautkrebs.
  • Zwischen 11 und 15 Uhr ist Sonnenbaden tabu: In dieser Zeit treffen zwei Drittel der täglichen UV-Strahlen auf die Erde.
  • Schützen Sie Kinder besonders gut vor der Sonne. Denn Kinder haben eine dünnere Haut.
  • Sonnencreme sollte mind. Lichtschutzfaktor 15 haben. Tragen Sie Creme grosszügig auf.
  • Vermeiden Sie Solarium-Besuche: Sie schaden der Haut.



Weitere Informationen



Sonnenschrime: So wurde getestet

Die Sonnenschirme wurden im Labor Testex in Zürich mit dem strengsten Testverfahren geprüft – dem UV-Standard 801. Ralph Sontheim, Leiter der Abteilung Textilprüfung, erklärt: «Wir prüften den Stoffbezug auch im feuchten, aufgespannten und ausgebleichten Zustand.» Hersteller testen Schirme nach dem australischen Standard – also fabrikneu. Sontheim kritisiert: «Der Verbraucher wähnt sich in falscher Sicherheit.»

29. Juni 2009 | Andreas Gossweiler, Redaktion Gesundheitstipp


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Fünf Sonnenschirme schützen sehr gut
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