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Sie haben zwar ganz unterschiedliche Stärken und Schwächen. Eines aber haben alle geprüften Navigationsgeräte gemein: Den idealen Weg für Fussgänger und Velofahrer finden sie nicht.
Die ersten Navigationsgeräte waren für Autos konzipiert und meist eingebaut. Mittlerweile sind die elektronischen Pfadfinder portabel und können auch für den Bummel durch die Stadt und auf einen Ausflug über Land mitgenommen werden. Oder besser: könnten. Denn wer in einer fremden Stadt ein bestimmtes Restaurant zu Fuss oder mit dem Mietvelo erreichen will, kann Unangenehmes erleben: Es ist ohne weiteres möglich, dass das Navi – trotz eingestelltem Fussgänger- oder Velomodus – die Umfahrungsroute für Autos anzeigt.
Autorouten: Nur ein Gerät nicht perfekt
Welche Geräte sind vielseitig genug, um nicht nur Autos optimal zu führen? K-Tipp und «Kassensturz» liessen sieben Navigationsgeräte im Ipi-Institut in Stuttgart (D) auf ihre Tauglichkeit testen – und zwar für Autofahrer, Fussgänger und Velofahrer. Die Preise lagen zum Zeitpunkt des Kaufs zwischen 100 und 599 Franken. Einen klaren Testsieger gibt es nicht: Vier Produkte sind gut. Ihre Noten liegen nahe beieinander. Die übrigen «Navis» sind «genügend». Keine Überraschung ist, dass fast alle Geräte die Routen fürs Auto perfekt berechneten. Aber nur fast: Navigon 1210 versagte bei der ersten von zwei Routenberechnungen, die für dieses Kriterium bewertet wurden. Die zweite Route schaffte das Navigon aber spielend.
Garmin Nüvi 765T: Treppen für Velofahrer
Kritisch wurde es bei den Berechnungen für Fussgänger und Radfahrer: Es hätte bei den vorgegebenen Aufgaben – für Velofahrer und Fussgänger jeweils separat – einfachere, schnellere Wege gegeben, um zum Ziel zu kommen. Die Ergebnisse für Velostrecken waren dennoch meist passabel. Ausnahmen: Garmin Nüvi 765T wollte die Radler über eine Treppe hetzen.
Fussgängerrouten: Kein Gerät war «gut»
Ihre liebe Mühe hatten die getesteten Geräte jedoch, als sie eine sinnvolle Route für Fussgänger berechnen sollten:
In keinem Fall fand ein Navigationsgerät den besten Weg. Auf einen Nenner gebracht: Der Fussgängermodus ist bei allen Navis höchst mangelhaft. Er versagt meist, wenn die Fusswege von den idealen Routen für Autos abweichen. Wie stark die Navigationsgeräte noch immer auf die Nutzung im Auto konzentriert sind, zeigt auch der Lieferumfang: Halterungen sind nur fürs Auto mitgeliefert, nicht aber für Velos oder Motorräder. Auch Netzstecker sind eine Rarität. Man muss die Geräte also meist am Feuerzeuganschluss im Auto laden. Das ist ärgerlich, weil dies die Nutzung ausserhalb des Autos stark einschränkt.
Übrigens: Das Labor testete auch, ob die Navis gegen Spritzwasser gefeit sind. Die Geräte haben dem Wasser getrotzt, nur beim Medion gab es einen temporären Ausfall. Danach funktionierte es wieder tadellos.
So wurde getestet
Der K-Tipp liess sieben Navigationsgeräte vom deutschen Prüfinstitut Ipi – Institut für Produktforschung und Information – auf Leistungsfähigkeit und Handhabung untersuchen.
15. Juni 2009

