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Test | K-Tipp 12/2009

Navigationsgerät

Sie haben zwar ganz unterschiedliche Stärken und Schwächen. Eines aber haben alle geprüften Navigationsgeräte gemein: Den idealen Weg für Fussgänger und Velofahrer finden sie nicht.

Die ersten Navigationsgeräte waren für Autos konzipiert und meist eingebaut. Mittlerweile sind die elektronischen Pfadfinder portabel und können auch für den Bummel durch die Stadt und auf einen Ausflug über Land mitgenommen werden. Oder besser: könnten. Denn wer in einer fremden Stadt ein bestimmtes Restaurant zu Fuss oder mit dem Mietvelo erreichen will, kann Unangenehmes erleben: Es ist ohne weiteres möglich, dass das Navi – trotz eingestelltem Fussgänger- oder Velomodus – die Umfahrungsroute für Autos anzeigt.


Autorouten: Nur ein Gerät nicht perfekt

Welche Geräte sind vielseitig genug, um nicht nur Autos optimal zu führen? K-Tipp und «Kassensturz» liessen sieben Navigationsgeräte im Ipi-Institut in Stuttgart (D) auf ihre Tauglichkeit testen – und zwar für Autofahrer, Fussgänger und Velofahrer. Die Preise lagen zum Zeitpunkt des Kaufs zwischen 100 und 599 Franken. Einen klaren Testsieger gibt es nicht: Vier Produkte sind gut. Ihre Noten liegen nahe beieinander. Die übrigen «Navis» sind «genügend». Keine Überraschung ist, dass fast alle Geräte die Routen fürs Auto perfekt berechneten. Aber nur fast: Navigon 1210 versagte bei der ersten von zwei Routenberechnungen, die für dieses Kriterium bewertet wurden. Die zweite Route schaffte das Navigon aber spielend.


Garmin Nüvi 765T: Treppen für Velofahrer

Kritisch wurde es bei den Berechnungen für Fussgänger und Radfahrer: Es hätte bei den vorgegebenen Aufgaben – für Velofahrer und Fussgänger jeweils separat – einfachere, schnellere Wege gegeben, um zum Ziel zu kommen. Die Ergebnisse für Velostrecken waren dennoch meist passabel. Ausnahmen: Garmin Nüvi 765T wollte die Radler über eine Treppe hetzen.


Fussgängerrouten: Kein Gerät war «gut»

Ihre liebe Mühe hatten die getesteten Geräte jedoch, als sie eine sinnvolle Route für Fussgänger berechnen sollten:

  • Nüvi 765T schlug den Fussgängern bei beiden Prüfungen den gleichen, weiten Umweg vor, den es schon für die Autofahrer berechnet hatte. Interessant: Der Weg über die Treppe, den Garmin Nüvi 765T für Velofahrer vorgeschlagen hatte, wäre für Fussgänger ein akzeptab-ler, wenn auch nicht der kürzeste Weg gewesen. Im Fussgängermodus schlug es aber einen noch weiteren Weg vor.
  • Die beiden Tomtom-Navis ersparten den Fussgängern wenigstens bei einer der beiden Aufgaben die viel längere Autoroute.


In keinem Fall fand ein Navigationsgerät den besten Weg. Auf einen Nenner gebracht: Der Fussgängermodus ist bei allen Navis höchst mangelhaft. Er versagt meist, wenn die Fusswege von den idealen Routen für Autos abweichen. Wie stark die Navigationsgeräte noch immer auf die Nutzung im Auto konzentriert sind, zeigt auch der Lieferumfang: Halterungen sind nur fürs Auto mitgeliefert, nicht aber für Velos oder Motorräder. Auch Netzstecker sind eine Rarität. Man muss die Geräte also meist am Feuerzeuganschluss im Auto laden. Das ist ärgerlich, weil dies die Nutzung ausserhalb des Autos stark einschränkt.

Übrigens: Das Labor testete auch, ob die Navis gegen Spritzwasser gefeit sind. Die Geräte haben dem Wasser getrotzt, nur beim Medion gab es einen temporären Ausfall. Danach funktionierte es wieder tadellos.

   
So wurde getestet

Der K-Tipp liess sieben Navigationsgeräte vom deutschen Prüfinstitut Ipi – Institut für Produktforschung und Information – auf Leistungsfähigkeit und Handhabung untersuchen.

  • Berechnen die Geräte die optimale Route in einer Stadt für Autofahrer, Velofahrer und Fussgänger? Dazu wählte das Labor zwei Strecken aus, für die je nach Fortbewegungsart unterschiedliche Routen ideal sind. Zudem mussten die Navis für Fussgänger und Radfahrer Routen auf Waldwegen am Zürcher Uetliberg berechnen.
  • Wie lange dauert es, bis das Gerät eine gesuchte Position bestimmt hat?
  • Sind die Informationen gut ablesbar, auch bei Dunkelheit und bei Sonnenschein?
  • Wie gross ist der interne Speicher, akzeptiert das Gerät grössere Speicherkarten mit 2, 4 oder mehr Gigabyte (GB)?
  • Wie lange hält eine Akkuladung bei maximaler Displayhelligkeit?
  • Lässt sich das Ziel einfach eingeben? Das Labor beurteilte u. a. Zeitaufwand und Menüführung.
  • Wie einfach ist der Datenaustausch mit einem Computer?
  • Welche Infos bietet das Gerät (Position, Höhe, verbleibende Fahrzeit etc.)?
  • Wie verständlich ist die Tonausgabe, wie praktisch ist das Gerät zum Mitnehmen (Grösse, Form, Gewicht)?

15. Juni 2009


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Nicht immer auf guten Wegen
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