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Mehrzweck-Werkzeuge sind praktische und vielseitige Helfer. Doch ein Test von Haus & Garten zeigt: Längst nicht alle Modelle halten, was sie versprechen.
Eine Schraube anziehen, Papier zurechtschneiden oder einen Holzstiel passend sägen – all das und noch viel mehr können Multitools mehr oder weniger gut. Heimwerker nutzen sie bei kleineren Reparaturen, ohne gleich den schweren Werkzeugkasten holen zu müssen.
Ein Test von Haus & Garten unter der Leitung des Bülacher Messerspezialisten Werner Scherrer zeigt allerdings: Nur 5 der 11 Geräte halten, was sie versprechen (siehe Tabelle im PDF).
Die besten Tools sind auch die teuersten – sie kosten zwischen 80 und 150 Franken. Sie überzeugen aber durch hochwertige Materialien und präzise Verarbeitung. Anders die günstigen Multitools für 15 bis 30 Franken: Minderwertige Materialien und die nicht durchdachte Anordnung der Werkzeuge erschweren das Arbeiten.
Billigmodelle durchwegs schlecht verarbeitet
Nur das Swiss Tool CS von Victorinox erhielt die Bewertung «sehr gut». Es überzeugte bei allen Beurteilungskriterien. Ein «gut» gab es für das zweite Tool von Victorinox im Test sowie das Modell Blast von Leatherman. Die Note «genügend» erreichten die Tools des Messerherstellers Schrade und das Pocketgrip von Wenger. Bei Letzterem – ebenfalls ein Schweizer Produkt – vermochte vor allem die Zange nicht zu überzeugen. Sie ist die kleinste im Test und deshalb im Einsatz beschränkt.
Bei den billigen Tools auf den Plätzen 6 bis 11 hapert es dagegen: Auffallend ist die durchwegs schlechte Verarbeitung. Die einzelnen Werkzeuge wie Schraubenzieher und Messer sind beispielsweise nur schwierig herauszuklappen, weil man sie kaum greifen kann. Zudem öffnen sich beim Aufklappen meist auch gleich andere Werkzeuge mit. Im Nagel-Test (mehrere Nägel mit der Zange durch-trennen) wurde zudem deutlich, dass man die vielfach nicht abgerundeten Griffe kaum schmerzfrei zusammendrücken kann.
Die Zangen – das Herzstück jedes Tools – überzeugten nur bei den teuren Geräten. Vor allem die Rillen, um beispielsweise eine Schraube aufzudrehen, greifen bei den günstigen Modellen zu wenig. Ferner ist der Drahtschneider oft so schlecht gestaltet, dass das Metallstück weggedrückt wird.
Die Schraubenzieher sind teilweise derart ungenau gearbeitet, dass beim Anziehen oder Lösen einer Kreuzschraube die Kerbung zerstört wird. Auch die Sägen vermochten nicht zu überzeugen: Sie schneiden bei den günstigen Modellen meist nur in einer Richtung.
So auch beim Coop-Produkt, das schlecht abgeschnitten hat. Sprecher Karl Weisskopf betont: «Unser Werkzeugset genügt für Hobby-Ansprüche und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.»
Ohne Zuschnappsicherung kann es gefährlich werden
Richtig gefährlich sind Billig-Tools, bei denen eine Sicherung fehlt, die das ungewollte Zuschnappen der Werkzeuge verhindert. Dann risikiert man schnell gequetschte Finger.
Ein durchdachtes Tool fällt durch die Anordnung der Werkzeuge auf: Ist die Zange geschlossen, sollten alle anderen Werkzeuge einzeln aufklappbar sein.
25. November 2008 | Daniel Jaggi
