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Test | K-Tipp 19/2008

Velolampen

Der K-Tipp-Test zeigt: 7 von 10 Velolampen-Sets spenden dem Fahrer zu wenig Licht. Und von den ganz billigen Modellen lässt man als Velofahrer besser die Finger.


Bei Rennvelos und Moutainbikes fehlen zur Gewichtsersparnis häufig Lampe und Dynamo. Dann muss man als Velofahrer selbst darum besorgt sein, dass man  im Dunkeln genug sieht und auch gesehen wird.

Praktisch sind in dieser Beziehung Batterielampen-Sets. K-Tipp, Kassensturz und «Velojournal» haben zehn Modelle von Fachhändlern und Grossverteilern getestet. Die billigsten kosteten weniger als 10 Franken, das teuerste 179 Franken. Wichtigste Testpunkte: Wie gut wird man von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen,  wie gut sieht man selber bei der Fahrt im Dunkeln?

Zum Vergleich wurde ein Beleuchtungssystem mit Nabendynamo mitgetestet, bei dem die elektrische Spannung direkt in einer speziellen Radnabe erzeugt wird. Vorteil gegenüber konventionellen Felgendynamos: Der Wirkungsgrad ist hoch und der Reibungswiderstand klein. Der mitgetestete Nabendynamo von Busch und Müller (Bumm) kostet zwar 280 Franken. Dafür schneidet er besser ab als alle Batterielampen. Drei der zehn getesteten Modelle brauchen aber den Vergleich mit dem Nabendynamo nicht zu scheuen:

Mit dem Testsieger, dem Smart 5-LED-Set, wird man im Dunkeln am besten gesehen. Einziger Schwachpunkt: Das Licht ist zu stark gebündelt, was die Sicht beim Fahren einschränkt.

Auch mit dem Ixon-Set von Bumm sind Velofahrer für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar. Zudem wird der Weg sogar noch besser ausgeleuchtet als mit dem Nabendynamo. Die Qualitäten des Ixon-Sets haben allerdings ihren Preis (Fr. 179.–). Ixon ist das einzige Set im Test, das mit Akkus statt Batterien ausgestattet ist.

Das Smart-0,5-Watt-Set leuchtet nur wenig schwächer als der Testsieger. Als dessen teureres Nachfolgermodell hätte man aber im Vergleich bessere Noten erwartet.

Bei allen weiteren Velolampen wird vor allem der Weg beim Fahren unzureichend ausgeleuchtet.

Das gilt besonders für die drei «ungenügenden» Testteilnehmer – das sind die drei billigsten Lampen M-Budget (Fr. 9.90), Mini Billi aus der VCS-Boutique (Fr. 15.–) und California aus dem Jumbo (Fr. 9.50). Weder leuchten sie die Fahrbahn ausreichend aus, noch sind sie hell genug, dass man damit gut gesehen wird.

Auch Knog «Frog» (Fr. 29.–) krankt an schwachem Licht. Diesem Modell sowie Mini Billi kann man immerhin zugute halten, dass sie extrem klein und leicht sind. In den Augen von Prüfleiter Marius Graber sind sie deshalb «als Notbeleuchtung akzeptabel».

Zum schlechten Abschneiden des M-Budget-Sets schreibt die Migros, die Lampe habe in internen Tests bei den meisten Kriterien bessere Noten bekommen. Da der Migros aber «gewisse Mängel, wie der hohe Stromverbrauch und das eher schwache Rücklicht», auch aufgefallen seien, soll «bereits ab Mitte November» ein neues, besseres M-Budget-Lichtset für Fr.12.90 erhältlich sein.


So wurde getestet

Die 10 Velolicht-Sets wurden auf folgende fünf Punkte getestet:

  • Sichtbarkeit für Dritte: Das Bundesamt für Metrologie hat die Vorder- und Rücklichter auf Sichtbarkeit getestet. Dabei wurde die Lichtstärke nicht nur frontal, sondern auch bei seitlichen Winkeln von 40 und 80 Grad gemessen. Zusätzlich ermittelte das Labor, ob die Lichter in 100 Metern noch sichtbar sind.
  • Lichtstärke für den Fahrer: Zwölf Testfahrer haben die Lichter in der Praxis beurteilt: Ist das Vorderlicht ausreichend für die Fahrt im Dunkeln, deckt der Lichtkegel für eine sichere Fahrt ein genügend grosses Spektrum ab?
  • Handhabung: Ebenfalls in einem Praxistest wurde die Handhabung geprüft: Ist die Lampe einfach und auch an dicken Lenkstangen zu befestigen? Lässt sie sich einfach ein- und ausschalten? Geht der Batteriewechsel leicht von der Hand?
  • Stromverbrauch: Wie häufig muss man die Batterien wechseln? Das «Velojournal» ermittelte die Brenndauer mit regelmässigem Ein- und Ausschalten.
  • Wetterfestigkeit: In einem letzten Test wurden die Lampen beregnet und wurde untersucht, wie viel Wasser in die Lampen eindringt.

 

10. November 2008 | Rolf Muntwyler


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