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Test | K-Tipp 15/2007

Mikrofasertücher

Die meisten geprüften Mikrofasertücher putzen ohne Reinigungsmittel «gut». Das gilt oft auch für hartnäckigen Schmutz. Und die günstigsten Produkte gehören erst noch zu den besten.

Sie sind 100-mal dünner als ein Menschenhaar und haben eine raue Oberfläche. Aus Millionen solcher Einzelfasern entsteht ein Mi-krofasertuch, das dank der Struktur Schmutz gut löst.

Vor allem haben Mikrofasertücher wegen ihrer grösseren Oberfläche eine enorme Aufnahmekapazität: Sie binden Schmutz, aber auch Wasser. Beides hilft, ein Resultat ohne Putzstreifen zu erreichen. Reinigungsmittel lohnen sich nur bei einigen wenigen Schmutzarten (Kalk, Angetrocknetes). Zu viel Putzmittel kann gar das das Resultat verschlechtern.


Bei leicht löslichem Schmutz sind alle gut

K-Tipp hat für den Test zehn Universal-Mikrofasertücher gekauft. Vertreten sind Marktführerin Scotch- Brite, die weiteren Markenprodukte Ebnat, Elite, Vileda und Leifheit sowie Eigenmarken von Aldi, Coop, Manor und Migros.

Auf einigen Oberflächen zeigt sich ein klares Ergebnis: So schaffen die meisten Tücher Staub völlig problemlos – hingegen haben alle mit den angetrockneten Insekten grosse Mühe. Dieses Ergebnis gibt die Stärken der feinen Fasern perfekt wieder: Wo Schmutz leicht löslich ist, sind Mikrofasertücher top. Bei harten, angetrockneten Verunreinigungen kanns mühsam werden.

Trotzdem schnitten die Mikrofasertücher auch bei der Bratensauce und bei eingetrocknetem Eigelb ansprechend ab: Der Notendurchschnitt bei beiden Schmutzarten liegt bei 4,8.

Allerdings zeigen sich im Test gerade beim Eigelb die grössten Unterschiede: Während das Miobrill-Kombituch die Verschmutzung auf der Kunststoffunterlage fast vollkommen wegputzte, kam Optiwisch von Aldi damit nicht sehr gut zurecht. Auch beim Entfernen von Kalkflecken erzielte das Kombituch eine gute Note. Schliesslich landete es aber trotzdem nur auf Rang 7.

Die Bratensauce auf Chromstahl liess sich mit Miobrill Supraplus am besten entfernen, Leifheit ist für diese Schmutzart wenig geeignet.

Einige Hersteller sind mit der Art der gewählten Flecken nicht einverstanden – etwa 3M, Herstellerin von Scotch-Brite: «Die Stärken von Allzweck-Mikrofasertüchern liegen in der sanften, nicht-mechanischen Reinigung», schreibt Gabi Schmid von 3M. Geeignet sei das Produkt für das Entfernen «leicht fetthaltiger Rückstände, von Kalkflecken, Staub und leichten Verschmutzungen». Auch würden Kriterien wie Langlebigkeit und Hygiene (keine unangenehmen Gerüche, schnelles Trocknen) im Test nicht berücksichtigt.

Weil Insekten, Eigelb und Bratensauce nicht die typischen Verschmutzungen für den Einsatz von Mikrofasertüchern sind, hat sie der K-Tipp in der Gesamtbewertung auch nur gering gewichtet.
Auch hat sich gezeigt, dass einzelne Produkte hartnäckigen Schmutz sehr wohl entfernen können. Und bald soll es noch besser kommen: Die Hersteller haben Mikrofasertücher mit einer besseren Scheuerwirkung entwickelt.


Putzmittel: Nur bei hartnäckigem Schmutz

Andere Hersteller verweisen darauf, dass sie im Sortiment Mikrofasertücher führen, die sich für bestimmte Verschmutzungen besonders eignen. Nur wechselt man im Alltag nicht für jeden einzelnen Fleck das Wischtuch.

Können die Mikrofasertücher einem normalen Wischtuch mit Putzmittel das Wasser reichen? Der Vergleich mit einem gewöhnlichen Vlieslappen – dem Universalreinigungstuch Miobrill aus der Migros mit Meister Proper Allzweckreiniger – zeigt den Unterschied auf. Mikrofasern können (immer ohne chemische Zusätze) auch bei vielen hartnäckigen Verschmutzungen mit normalem Wischlappen plus Meister Proper mithalten – oder deren Resultat gar übertreffen. Es lohnt sich also, die Putzmittel nur in besonders hartnäckigen Fällen aus dem Schrank zu holen.

Sieben von zehn Mikrofasertüchern im Test waren «gut» – da lohnt sich ein Blick auf die Kosten: Mit Preisen von Fr. 2.– (Optiwisch), Fr. 2.75 (Elite) und Fr. 3.45 (Ebnat) gehören die günstigsten zu den besten Tüchern im Test.


Mikrofasertücher: So wurde getestet

Das Ipi – Institut für Produktinformation – testete die Mikrofasertücher ohne Putzmittel auf häufig verschmutzten Flächen im Haushalt, vor allem in Bad und Küche:

  • Staub auf versiegeltem Holz
  • Fett auf Glas und Edelstahl
  • Kalkresten auf Glas und Plättli
  • Eingetrocknetes Eigelb auf Kunststoff
  • Insekten auf Autolack
    Die Insekten auf der AutoKarosserie stehen auch stellvertretend für Verschmutzungen in der Küche, die ähnlich schwierig zu entfernen sind – zum Beispiel angetrockneter Reis oder Haferflocken mit Milch.
Zum Vergleich führte das Labor die Tests auch mit einem normalen Putztuch mit Allzweckreiniger durch.

19. Mai 2008 | Rolf Muntwyler


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Staub und Fett gehen auch ohne Putzmittel weg
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