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Deo Roller enthalten viele gesundheitlich bedenkliche Substanzen. Nur eines der 16 getesteten Produkte schneidet «sehr gut» ab.
Der K-Tipp und der Kassensturz überprüften, ob Deo-Roller gesundheitsgefährdende Substanzen enthalten. Der K-Tipp schickte je sechs Deo-Roller für Frauen und Männer sowie vier Unisex-Produkte ins Labor WEJ Eurofins Analytik in Hamburg (D).
Neben den meistverkauften Produkten hatte der K-Tipp auch Eigenmarken der Grossverteiler und Produkte auf natürlicher Basis eingekauft. Die Chemiker suchten nach allergenen Duftstoffen, Diethylphthalat, polyzyklischen Moschusverbindungen und Aluminiumsalzen. Einige Substanzen können Allergien auslösen oder die Leber schädigen.
Der Test zeigt: Die Deos mögen der Nase schmeicheln - aber manche Inhaltsstoffe können ganz schön unter die Haut gehen.
Das Gute vorweg: Nur wenige Hersteller verwenden für die Rezeptur der Duftnote Stoffe, die häufig Allergien hervorrufen können. Denim fällt mit drei solcher Stoffe negativ auf. Laut Alessandro Petta von der Vertreiber-Firma Promena liegen bisher keine Reklamationen aufgrund allergischer Reaktionen vor.
Allergene Duftstoffe mangelhaft deklariert
Das Frauen-Deo Nivea enthält zehn Stoffe der weniger gefährlichen Kategorien C und D sowie einen der Kategorie B. Bei Herstellerin Beiersdorf jedoch spricht man von einer «ausgezeichneten Verträglichkeit».
Seit Anfang 2007 ist die Deklaration allergener Duftstoffe obligatorisch. Allerdings nimmt es die Hälfte der Hersteller damit nicht so genau. Ein oder mehrere Stoffe sind nicht erwähnt.
Die herb duftenden polyzyklischen Moschusverbindungen finden sich vor allem in Männer-Deos. Bei Rexona-Herstellerin Unilever ist man der Ansicht, das im Deo gefundene Cashmeran gehöre nicht zu den heiklen Moschusverbindungen. Fachleute sehen das anders.
Aluminiumsalze sind als Schweisshemmer in fast allen Deos enthalten. Sie können zu Hautirritationen führen. Im Test sind 32 respektive 31 Gramm pro Kilo gefunden worden. Und zwar in den Männer-Deos Roll-on Pure (Adidas) und Cobalt Blue Men (Rexona). Rexona-Herstellerin Unilever beurteilt die Auswirkung der Aluminiumsalze auf den menschlichen Körper als «vernachlässigbar».
So können sich die Substanzen auswirken
- Diethylphthalat (DEP) Steht in Verdacht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Erwiesenermassen fortpflanzungsgefährdend sind die Phthalate DEHP, DBP und BBP. Deshalb sind sie in der Schweiz und der EU in Kosmetika verboten. Laut deutschem Umweltbundesamt lässt sich DEP durch «weniger bedenkliche Alternativen» ersetzen.
- Allergene Duftstoffe
26 Duftstoffe müssen seit Anfang 2007 deklariert werden.
In der Kategorie A sind Stoffe mit sehr hohem
Allergiepotenzial: Eichenmoos, Baummoos, Isoeugenol und Cinnamal.
Zur Kategorie B mit hohem Allergierisiko gehören: Cinnamyl-Alkohol, Hydroxycirtonellal und Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde.
In den Kategorien C und D sind die restlichen 19 wenig problematischen Stoffe.
- Polyzyklische Moschusverbindungen
Reichern sich im Gewebe an. Laut dem deutschen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gibt es Hinweise, dass sie zum Teil hormonähnlich wirken und Leberzellen schädigen.
- Aluminiumsalze
Können bei zu häufiger
Anwendung die Schweissdrüsen schädigen und Haut- irritationen hervorrufen.
28. Februar 2007 | Rolf Muntwyler, Beat Camenzind
