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Test | K-Tipp 19/2006

Schaumstoff-Matratzen

Günstige Matratzen im Test: Keine einzige ist «ungenügend». Aber nur drei eignen sich für Personen aller Gewichtsklassen.

Gute Läden bieten ihren Kunden an, eine Matratze zum Probeliegen mit nach Hause zu nehmen. Denn mit Matratzen ist es wie mit Skischuhen: Ob der beim Anprobieren so bequeme Schuh auf der Piste den erwarteten Komfort bietet, zeigt sich nur in der Praxis.



Aber es gibt auch objektive Kriterien, die ebenso wichtig sind: Ist die Matratze langlebig? Sorgt sie für ein angenehmes Schlafklima, auch bei höheren und tieferen Temperaturen? Passt sie sich dem schlafenden Körper optimal an?



Um solche Fragen zu beantworten, haben K-Tipp und Kassensturz acht günstige Matratzen auf Eigenschaften untersuchen lassen, die gute Produkte haben müssen.



Die Abholpreise der getesteten Schaumstoffmatratzen der Härte «Medium» im Format 90 x 200 Zentimeter liegen zwischen 289 und 590 Franken. In diesem Preissegment werden nämlich am meisten Matratzen verkauft. Es handelt sich dabei in der Regel um Eigenmarken, die aber oft von bekannten Schweizer Firmen hergestellt werden.



Obwohl alle acht Testprodukte relativ günstig sind, sind drei «gut» - es sind auch gleich die drei teuersten Matratzen im Test.



Zu den einzelnen Kriterien: In der Haltbarkeitsprüfung waren sogar die letztplatzierten drei Matratzen (siehe Tabelle) noch «gut bis genügend», auch wenn sie dem Vergleich mit den anderen Matratzen nicht standhalten können. Diese erreichten nämlich mindestens 9 von 10 Punkten. Das Interio-Produkt schaffte gar die maximale Punktzahl. Das heisst: Der Liegekomfort dieser Matratze bleibt bei täglichem Gebrauch acht bis zehn Jahre erhalten.



Unproblematisch bei fast allen Modellen ist die Feuchtigkeitsableitung. Nur das Ikea-Produkt fällt etwas ab. Die ebenfalls ermittelte Wärmeisolation ist bei allen Matratzen «mittel», sie sind also weder ausgeprägt isolierend noch wärmeableitend.

Die Spreu vom Weizen trennte dann die vielschichtige Ergonomieprüfung: Micasa Sanaflex Elan (Hersteller Robusta), Interio Be happy 400 (Happy Systems) und Otto Ascona (Roviva) erzielten gute Werte. Auf diesen Matratzen schlafen Käufer tief. Biege- und Punktelastizität könnten allerdings auch bei den besten Modellen noch verbessert werden. Wer weniger als 300 Franken ausgeben kann oder will, wählt eine «genügende» Matratze - am besten Celesta oder Superlux.





Medium-Matratze: Für Leichte nicht ideal



Alle geprüften Matratzen sind relativ hart - trotz der Bezeichnung «Medium». «Zudem sind die Bezüge sehr straff und unnachgiebig», sagt Florian Hedinger vom EIM, «und schwächen damit das Elastizitätspotenzial des Matratzenkerns erheblich ab.»



Bewähren sich die Matratzen auch bei unterschiedlich schweren Personen? In der Tendenz gilt, dass sich «Medium»-Matratzen der Körperform leichter Personen zu wenig anpassen: Da sie zu wenig elastisch sind, sollten Personen unter 50 kg eher weiche Matratzen wählen. Nur die drei «guten» Modelle sind auch Leichtgewichten zu empfehlen. Für gewichtige Schläfer hingegen sind auch die Luna Siesta und - mit Einschränkungen - alle übrigen Matratzen geeignet.



Zwar haben alle acht Matratzen einen Reissverschluss, doch ist er bei den Modellen Luna Siesta, Celesta Triolena, Superlux und Tip swiss auf einer schmalen Seite angebracht. «Diese Überzüge lassen sich nur mit grösster Mühe abnehmen», sagt Thomas Schultz. Das sei ein Nachteil, weil damit das Waschen der Überzüge faktisch verunmöglicht werde.









Wie anpassungsfähig sind die Matratzen - und wie lange halten sie?



Acht günstige Matratzen wurden in zwei Prüfinstituten auf Haltbarkeit, Atmungsaktivität und Ergonomie untersucht.



Das Möbelprüfinstitut der LGA in Nürnberg (D) testete die Langlebigkeit. Die Fachleute liessen eine 140 kg schwere Walze 60 000-mal über jede Matratze rollen. Die Veränderungen von Matratzenhöhe und Härtewert sowie der Verlust an Federung vor und nach dem Test waren die Kriterien für die Bewertung der Haltbarkeit.



Für die Bewertung der Feuchtigkeitsableitung verwendete das zweite Prüflabor, das Ergonomie Institut München (EIM), eine Hightech-Menschenpuppe, die Befeuchtungseinrichtungen und Heizeinheiten enthält. Sie gibt - wie schlafende Menschen - kontinuierlich eine definierte Menge Feuchtigkeit ab. Je effizienter die Matratze die Feuchtigkeit ableitet, desto besser.

Für die Bestimmung der ergonomischen Qualität der Matratzen bestimmte das EIM in einem ersten Schritt

- die Federelastizität (wie stark gibt die Matratze bei gleichmässiger Belastung nach?)

- die Biegeelastizität (wie gut passt sich die Matratze der Wirbelsäulenkontur und dem Lattenrost an?)

- die Punktelastizität (wie gut kann sich die Matratzenoberfläche kleinen Formen wie Kopf und Ferse anpassen?)

In einem zweiten Schritt wurden einzelne Bereiche der Matratze auf ihre Anpassungsfähigkeit geprüft:

- Schulterzonenwirkung: Lässt die Matratze die Schulterpartie bei seitlichem Liegen genügend tief einsinken? Kann sie die Schultern trotzdem so stützen, dass sie bei Rückenlage nicht zu stark einsinken?

- Körperzonenunterstützung: Unterstützt die Matratze die Doppel-S-Form der Wirbelsäule in Rückenlage?



(rom)

15. November 2006 | Rolf Muntwyler - rolf.muntwyler@ktipp.ch


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