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Test | saldo 2/2004

Feinstrumpfhosen

Ob billig oder teuer: Feinstrumpfhosen sind heikel und gehen schnell kaputt. Im Labor bestanden nicht alle Modelle den Härtetest von saldo und «Kassensturz».

Während der kalten Jahreszeit bekleiden sie fast jedes Frauenbein: Feinstrumpfhosen haben derzeit Hochsaison. Es gibt sie in allen Farbschattierungen bei unzähligen Anbietern - und die Preisspanne ist enorm.



saldo und «Kassensturz» wollten wissen, ob sich die Lebensdauer vergleichbarer Strumpfhosen unterscheidet, und schickte die meistverkauften Modelle von zehn Marken zum Härtetest ins Labor. Das Forschungsinstitut Hohenstein in Deutschland prüfte die Haltbarkeit der Modelle mit Preisen von Fr. 2.20 bis Fr. 39.-. Die Spezialisten untersuchten, wie schnell sich Löcher, Laufmaschen und Ziehfäden bilden. Fazit: Keine einzige Strumpfhose genügte allen Anforderungen.





Im Fussbereich zeigten alle Modelle Mängel



Die Belastungen, wie sie für Strumpfhosen im Alltag typisch sind, simulierte das Labor mit sechs verschiedenen Verfahren. Drei Tests musste allein der Fussteil über sich ergehen lassen, um die Scheuerbeständigkeit des Strumpfs im Schuh zu prüfen. Eine Gewebeprobe aus der Fusssohle liessen die Tester maschinell von einem rotierenden Wollgewebe bearbeiten, bis sich ein Loch bildete - Spitze sowie Ferse rieben sie mit sehr feinem Schleifpapier. Je mehr Scheuerbewegungen das Gewebe aushielt, desto besser fiel die Note aus (siehe Tabelle).



Auf gutem Fuss lebt es sich in keiner der getesteten Strumpfhosen, denn alle Modelle zeigten im Fussbereich Mängel: Sie bekamen an der Sohle, der Fussspitze oder der Ferse zu schnell Löcher und erhielten dadurch schlechte oder ungenügende Bewertungen. Strumpfträgerinnen haben also nur die Qual der Wahl, an welchem Ort ihnen Löcher lieber sind.



Selbst das bestplatzierte Produkt Satin Touch von Wolford - mit 25 Franken die zweitteuerste Strumpfhose - schaffte die Maximalnote nicht: An der Fussspitze entstand sehr rasch ein Loch. Deshalb reichte es bei diesem Kriterium nur für ein «gut» (siehe Tabelle).



Die zweitplatzierte Brillant von Essentielle verpasste die Note «gut» zwar nur knapp: Die mit Fr. 6.95 relativ preiswerte Strumpfhose zeichnete sich durch eine starke Fussspitze aus, scheuerte an der Sohle jedoch zu schnell durch und erhielt bei drei weiteren Kriterien nur ein «genügend».



Unebenes Holz an Stühlen oder raue Hände können Feinstrumpfhosen am Bein arg zusetzen. Diesen Umstand simulierten die Experten, indem sie die grobe Seite eines Putzschwamms sowie ein feines Schleifpapier über den Strumpf zogen. Die Bestnote gab es für Prüflinge, die diese Prozedur ohne Veränderung der Oberflächenstruktur überstanden - schlecht schnitten jene Strumpfhosen ab, die stark Fäden zogen. Auch die Anfälligkeit auf Laufmaschen wurde im Labor untersucht: Die Tester schnitten ein kleines Loch ins Gewebe und prüften, ob und wie schnell sich Maschen ausbreiten.



Vor Laufmaschen war zwar kein Modell sicher, aber Wolford zeigte sich enorm widerstandsfähig. Fast von selbst begannen hingegen die Maschen bei den Produkten von Globus, Migros und Fogal zu laufen - Letzteres mit einem Preis von 39 Franken die teuerste Strumpfhose im Test.



Von der groben Behandlung mit dem Putzschwamm zeigte sich das teure Fogal-Modell laut Testbericht indes «völlig unbeeindruckt»; die Strumpfhose von Coop - mit einem Preis von Fr. 2.25 das günstigste Modell - und Sheer Satin von H&M für Fr. 4.90 fielen bei diesem Verfahren durch.



Gegen feines Reiben mit Schmirgelpapier bewiesen gleich drei Strumpfhosen Resistenz - Wolford, Perosa und H&M erhielten hier die Note «sehr gut». Das Globus-Produkt reagierte bei diesem Kriterium hochempfindlich und erhielt die Note «schlecht» - Fogal schnitt ungenügend ab.





Globus-Modell: Elegant, aber nicht widerstandsfähig



Mit dem Gesamturteil «mangelhaft» landeten die Billigmodelle von Migros und Coop auf dem zweit- und drittletzten Platz. Insgesamt das schlechteste Resultat erhielt aber die Strumpfhose Superbe von Globus: Es breiteten sich schnell Laufmaschen aus, und das Modell fiel negativ auf durch viele Löcher beim Abrieb mit feinem Schleifpapier - zudem versagte das Gewebe an Fusssohle und Ferse. Ungenügend waren ferner die Scheuerfestigkeit der Fussspitze und die Resistenz gegen grobes Scheuern.



«Es handelt sich um eine sehr dünne, transparente Strumpfhose», begründet Globus das schlechte Abschneiden seines Modells. Aus ästhetischen Überlegungen seien auch Sohlen und Fersen nicht verstärkt. Ähnlich argumentiert auch Fogal, warum seine 39-fränkige Strumpfhose nur das Gesamturteil «genügend» erhielt: «Man kann nicht beides haben, hohe Scheuerfestigkeit und superweiches Material.» Eleganz und Tragkomfort stünden bei diesem Modell im Vordergrund, und nicht die Scheuerfestigkeit.





Schonend behandelte Strumpfhosen leben länger



Nicht die Strapazierfähigkeit, sondern der günstige Preis und ihre Transparenz sei der Grund, weshalb die Kundinnen ihr Modell kauften, begründete ferner Migros das magere Testresultat. Und Coop führte den weichen Tragkomfort ins Feld.



Wer Feinstrumpfhosen lange tragen will, muss also schonend mit ihnen umgehen: Der Kontakt mit rauen Händen, scharfen Kanten an Fuss- und Fingernägeln sowie Schmuck ist zu vermeiden. Und Vorsicht auch beim Waschen: in der Maschine deshalb am besten in ein Säckchen stecken.

04. Februar 2004 | Bennie Koprio


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Massenhaft Löcher, Fäden und Laufmaschen
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