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Test | saldo 20/2002

Crashtest

Ein aktueller internationaler Crashtest zeigt: Neuwagen bieten einen immer besseren Sicherheitsschutz. Doch es gibt Ausnahmen.

Die European New Car Assessment (Euro NCAP) hat Neuwagen verschiedener Fahrzeugkategorien einem Crashtest unterzogen. Untersucht wurde, wie gut die Insassen bei einem Front- oder einem Seitenaufprall geschützt sind. Das Resultat: Die meisten Autos bieten bei einem Frontalcrash schlechteren Schutz als bei einer seitlichen Kollision - gefährdet sind vor allem die Oberschenkel des Fahrers. In sechs von zehn Testwagen ist der Schutz der Oberschenkel bei einem frontalen Aufprall nur durchschnittlich oder sogar schlecht. Besser steht es um den Kopf: Er ist in acht Fahrzeugen sehr gut geschützt.


Chrysler PT Cruiser: Im Frontalcrash durchgefallen

Das schlechteste Ergebnis mit gerade mal drei von fünf möglichen Sternen erzielte der Chrysler PT Cruiser. Er versagte vor allem im Frontaufpralltest. Der Hauptmarkt des Chrysler PT sind die USA. Dort müssen Fahrzeuge, anders als in Europa, sowohl angeschnallte wie nicht angeschnallte Insassen schützen. Das hat Folgen: Ein im Kniebereich eingebautes Kissen stellt eine hohe Verletzungsgefahr für Knie und Füsse dar.


Kleinwagen: Zu wenig Platz für guten Knieschutz

Obwohl mit vier Sternen ausgezeichnet, offenbarte auch der Nissan Primera Schwächen. Der Airbag lässt beim Zusammenstoss zu, dass der Kopf des Fahrers auf das Lenkrad prallt. Ansonsten attestierten die Tester dem japanischen Mittelklassewagen guten Insassenschutz.

Ebenfalls zuverlässig geschützt sind die Fahrer in zahlreichen weiteren Fahrzeugen, die im Test vier Sterne erhielten. Dazu gehören die Mini-Vans Peugeot 807 und Mercedes Vaneo sowie die Kleinwagen Citroën C 3 und Seat Ibiza.

Ein Blick zurück zeigt, dass die Kleinwagen kräftig aufgeholt haben. Vor zwei Jahren erhielt etwa der Seat Ibiza nur knapp drei Sterne. Doch sowohl beim Ibiza als auch beim Citroën C 3 kam im aktuellen Test ein typisches Kleinwagen-Problem zum Vorschein: Es ist zu wenig Platz vorhanden, um die Knie des Fahrers optimal zu schützen.

Vier Autos schafften beim Test die Bestnote - mit dem Renault Mégane erhielt diese Auszeichnung erstmals auch ein Familienwagen aus der unteren Mittelklasse. Weiter wurden die Modelle Saab 9-3, Renault Vel Satis und Mercedes E-Klasse mit fünf Sternen ausgezeichnet. Alle Modelle erwiesen sich beim seitlichen Aufprall als sehr sicher. Zusätzliche Punkte erhielten die Testsieger, weil alle über intelligente Sicherheitsgurttrag-Anzeigen - so genannte Seat Belt Reminders - verfügen.

Dass immer mehr Fahrzeuge guten bis sehr guten Sicherheitsschutz bieten, freut Kurt Bischof, Projektleiter Test bei TCS Schweiz. Er lobt die Hersteller: «Sie nehmen die Insassensicherheit ernst. Vor allem bei neu konzipierten Fahrzeugen sind Karosserie, Sicherheitsgurt und Airbags sehr gut aufeinander abgestimmt.» Doch Bischof sieht auch Probleme, die noch nicht gelöst sind: «Es reicht nicht, wenn die Fahrzeuge nur auf einen hohen Eigenschutz ausgerichtet sind. Der Partnerschutz ist ebenso wichtig. Das kleinere Auto darf bei einem Crash nicht durch das grössere beschädigt werden.»


Kinderschutz: Verletzungsgefahr bei vier Modellen

Euro NCAP hat auch die Sicherheit der im Auto mitfahrenden Kinder geprüft. Die von den jeweiligen Autoherstellern empfohlenen Sitze wurden mit Dummys bestückt und machten den seitlichen und frontalen Aufprall mit. Bei den meisten Modellen ist der Kinderschutz gut. Eine Verletzungsgefahr stellten die Tester jedoch beim Chrysler PT Cruiser, beim Mercedes Vaneo, Nissan Primera und Citroën C 3 fest.



Weitere neue Modelle im Crashtest

Die Euro NCAP testete auch vier Geländewagen. Der Mercedes M-Klasse, der Nissan X-Trail und der Hyundai Santa Fe erhielten je vier Sterne und erzielten vor allem im Seitenaufpralltest gute Resultate. Nur drei Sterne gab es für den Suzuki Grand Vitara wegen instabiler Karosseriestruktur.

Alle Resultate sind bei den TCS-Geschäftsstellen erhältlich oder im Internet unter www.tcs.ch unter der Rubrik «Auto-Moto/Tests/ Autos» abrufbar.



So wurde getestet

Frontalaufprall: Crash gegen eine 54 Zentimeter dicke, deformierbare Aluminiumbarriere, die 40 Prozent der Frontbreite des Testwagens auf der Fahrerseite abdeckt. Geschwindigkeit: 64 Stundenkilometer, auf den Vordersitzen zwei mit Sensoren bestückte Dummys sowie auf dem Hintersitz zwei Kinderdummys in Kindersitzen. Maximal 16 Punkte.

Seitenaufprall: Aufprall eines 950 Kilogramm schweren Versuchsschlittens auf die Fahrerseite des Testwagens mit Tempo 50, auf dem Fahrersitz ein Dummy sowie auf dem Hintersitz zwei Kinderdummys in Kindersitzen. Maximal 16 Punkte.

Pfahltest: Nur bei Autos mit spezieller Seitenschutzeinrichtung Seitenaufprall gegen einen Baumstamm mit 29 Stundenkilometern. Maximal 2 Zusatzpunkte.

Sicherheitsgurttrag-Anzeigen (SBR): Verfügt ein Auto über intelligente SBR, gibt das maximal 2 Zusatzpunkte.

Die Testkriterien ermöglichen den direkten Vergleich verschiedener Modelle innerhalb einer Fahrzeugklasse.

04. Dezember 2002 | Mirjam Fonti


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Kleine machen den Grossen Konkurrenz
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