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In den Kantonen St. Gallen und Thurgau erschleichen sich falsche Spenden-Sammler Geld. Sie geben vor, für Behindertenheime zu arbeiten.
Zwei Frauen bedrängten einen K-Tipp-Leser im Einkaufszentrum Rheinpark in St. Margrethen (SG). Sie gaben vor, taubstumm zu sein und für ein Heim für Hörgeschädigte Geld zu sammeln. Der Leser lehnte ab und lief weg. Dabei hörte er, wie die beiden miteinander sprachen.
Auf den ersten Blick hätten die Frauen glaubwürdig gewirkt, so der Leser: «Sie hatten ein Klemmbrett mit einem Spendenformular». Darauf sei auch das Logo der Zewo abgebildet gewesen. Diese Stiftung verleiht ein Gütesiegel an Spendenorganisationen.
Achtung: Die Zewo warnt vor falschen Spenden-Sammlern. Diese geben vor, für Behindertenheime zu sammeln oder gegen die Beschneidung von Mädchen zu kämpfen. Auf das gefälschte Spendenformular kopieren sie das Zewo-Siegel.
Auch die Kantonspolizei der Kantone St. Gallen und Thurgau warnen vor Bettlern, die sich als Spendensammler ausgeben. Seit dem 1. April wurden in den beiden Kantonen rund 30 Missbrauchs-Fälle gemeldet.
Die Masche ist nicht neu. Im letzten September bedrängten zwei angeblich taubstumme Frauen einen K-Tipp-Leser in Wettingen (AG).
Wer auf öffentlichem Grund Spendengelder sammelt, braucht eine Bewilligung. Die Polizei empfiehlt, nach dieser Bewilligung zu fragen.
Die Zewo rät zudem, sich nicht zu Spenden drängen zu lassen: «Verlangen Sie Unterlagen und einen Einzahlungsschein und studieren Sie diese in Ruhe.»
26. Mai 2011 | Jonas Arnold
