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Krankenkassen: Berater sind jetzt schon auf Kundenfang

Das «Wirtschafts- und Informationszentrum» versucht mit fragwürdigen Argumenten, Versicherte zum Wechsel der Krankenkasse zu bringen. Bei Anruf: Auflegen!

Krankenkassen: Berater sind jetzt schon auf Kundenfang

«Im Juli 2010 steigen die Krankenkassenprämien um 20 Prozent», sagt die Telefonistin. Und: «In ihrem Kanton zahlen die meisten Einwohner zu viel für die Krankenkasse. Wir sind vom Kanton beauftragt, Sie zu beraten». So argumentieren die Callcenter-Mitarbeiter des «Wirtschafts- und Informationszentrum». Wer zusagt, erhält einen «unverbindlichen» Besuch von einem «Gratis»-Krankenkassen-Berater.

Aber Achtung: Weder steigen laut Bundesamt für Gesundheit die Prämien bereits im Sommer, noch arbeitet das «Wirtschafts- und Informationszentrum» im Auftrag eines Kantons. Und: Viele Versicherte können ihre Kasse erst per Anfang 2011 wechseln. Wie hoch die Prämien dann sein werden, weiss noch niemand.

Tatsache ist: Vermittler von Versicherungen erhalten von den Krankenkassen Provisionen von bis zu 500 Franken pro Abschluss. Die höchsten Provisionen gibt es beim Abschluss von Zusatzversicherungen. Details dazu liefert auch der Artikel «In vier Stunden zum Krankenkassen-Vermittler».

Das «Wirtschafts- und Informationszentrum» arbeitet im Auftrag der Siregos AG. Inhaber Alexandros Siregos erklärt, wenn Kunden das Gefühl hätten, seine Firma arbeite für einen Kanton, sei das «ein Missverständnis». Seine Mitarbeiter würden nun entsprechend geschult. Die Aussage, dass die Prämien schon im Juli steigen, basiert laut Siregos auf «Vermutungen».

17. März 2010 | Beat Camenzind, Redaktion Online


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Kommentare (1)

 
  • ErikSchiegg | 24.03.2010, 09:17

    Krankenkasse, wozu ist sie gut?

    Ich war in einer Chefarztsprechstunde eines Professor Doktors wegen
    eines wuchernden Geschwürs in meinem Bartbereich und er will mich
    ohne schriftlich verlangte Diagnose, ohne sich die 260 Fotos meiner
    Autobiopsie auch nur anzuschauen und ohne meine Erklärungen ernst
    zu nehmen zu einem Psychiater schicken. Er kam offensichtlich
    unvorbereitet in seine Sprechstunde. Kostenpunkt etwa 700 Franken. Wo
    ist da das Preis-Leistungs-verhältnis? Ich denke nur noch an eine
    Behandlung im Ausland und wie ich die hohen Krankenkassenprämien
    loswerde... aber das hat ehrlich gesagt mit der Krankenkasse gar
    nichts zu tun.
Lebensmittel
Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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