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Wer Umfrage verweigert, riskiert Busse

Telefonumfragen der Bundesverwaltung sind neuerdings obligatorisch. Wer nicht mitmacht, dem droht eine Busse.

Wer Umfrage verweigert, riskiert Busse

Eine kleine Änderung in der «Bundesverordnung über die Durchführung von statistischen Erhebungen» hat weit reichende Auswirkungen: Seit 1. September ist die Teilnahme an Telefonumfragen des Bundes nicht mehr freiwillig, sondern obligatorisch. «Wer sich weigert, kann gebüsst werden», bestätigt Alain Vuille vom Bundesamt für Statistik (BfS) Recherchen des K-Tipp.

Die Behörde wünscht sich möglichst genaue Zahlen für ihre Statistiken. Seit dem Fichen-Skandal bei der Bundespolizei verweigern aber jeweils über 10 Prozent der Angerufenen die Teilnahme an der Befragung. Der Bund will dem nun mit besagter Verordnung ein Ende setzen.

Das Obligatorium gilt zum ersten Mal bei der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (Sake). Das Marktforschungsinstitut Link befragt dafür 35 000 Ausländer und Schweizer über persönliche Details wie Lohn, familiäre Verhältnisse und Arbeitspensum.

Staatsrechtler Thomas Gächter betrachtet den Umfragezwang als Eingriff «in die Privatsphäre der Betroffenen». Ein schwerer Eingriff müsste in einem Gesetz festgeschrieben werden. Denn gegen neue Gesetze könne sich das Volk mit einem Referendum wehren. Für die Sake-Umfrage hingegen genüge die Regelung in der Verordnung. Aber: «Bevor jemand bei der Befragung zum Mitmachen gezwungen wird, ist eine schriftliche Ankündigung notwendig.» Laut BfS werden alle Sake-Teilnehmer erst angeschrieben.

Im Anhang zur Verordnung sind alle Befragungen und Details dazu aufgelistet. Die Sake-Umfrage ist unter Punkt 15 und 16 zu finden.

Einen Eindruck, welche Daten der Bund bei der Sake erhebt, zeigt die Website vom BfS.

Teilen Sie uns ihre Meinung zum Vorgehen des Bundes im Voting mit und diskutieren Sie im Forum mit.

03. September 2009 | Beat Camenzind, Redaktion Online


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Kommentare (6)

 
  • goahead | 17.12.2009, 15:13

    Hartnäckig und unfreundlich

    Leider gehöre ich zu der Gruppe der Personen, die das
    zweifelhafte Glück haben für SAKE ausgewählt worden zu
    sein.

    Nach 13 Anrufen innerhalb einer Woche kam es zu einem
    Telefongepräch mit einer Mitarbeiterin des mit der Erhebung
    beauftragten Instituts. Diese Person liess mich nicht zu Wort kommen,
    redete mir ins ständig ins Wort hinein und hat versucht mich
    einzuschüchtern.

    Mein Wunsch nicht an der Erhebung teilzunehmen wurde ignoriert, ebenso
    die Bitte, die Fragen in schriftlicher Form zu erhalten, um
    darüber zu entscheiden ob ich Sie beantworten möchte oder
    nicht.

    Die Mitarbeiterin hat angekündigt mich weiterhin telefonisch zu
    belästigen. Ich empfinde dieses Verhalten als Nötigung.

    Nachdem in der Vergangenheit dieser Staat in grossem Stil und
    unberechtigt Daten über ihre Bürger erhoben hat, fehlt mir
    das nötige Vertrauen um jetzt über mich Auskunft zu geben.

    Ich werde den wachsenden Kontrollwahnsinn und die Datengier
    staatlicher Behörden nicht durch eine Teilnahme an einer
    telefonischen Erhebung auch noch aktiv unterstützen.

    Die Begründung der telefonischen Erhebung mit Kostenersparnissen
    halte ich für absurd. Die Erhebung hat einen Zeitaufwand von
    einer knappen Stunde pro befragter Person. Damit entstehen
    Pertsonalkosten von etwa 15 Mannjahren. Ich glaube nicht daran, dass
    dieses Vorgehen günstiger sein kann als die elektronische
    Erfassung von Fragebögen. Nicht ohne Grund werden immer mehr
    Dienstleistungen, die früher von einem menschlichen
    Gegenüber erbracht wurden heute von technischen Hilfsmitteln
    abgelöst.

    Können Sie sich vorstellen, dass der Bund die nächste
    Volkszählung telefonisch durchführt, weil damit Kosten
    gespart werden?

    Auch wenn die Kosten unerwarteerweise tatsächlich geringer
    ausfallen sollten, ist das noch lange kein Grund dafür die
    Befragung telefonisch durchzuführen und ein Teilnahmeobligatorium
    durchzuziehen.

    Ich sehe meinen Daseinszweck nicht in erster Linie darin, dem Bund den
    Vorgang der Bespitzelung möglichst kostengünstig und einfach
    zu gestalten.
  • peterli | 15.09.2009, 17:11

    Eine Absolute Frechheit

    Sind diese Leute zu faul die finanziellen und familiären Daten
    aus der Steuererklärung heraus zu suchen. Die privaten
    Verhältnisse gehen den Staat überhaupt nichts an. Eine Busse
    bis zu 10000.- Fr. ist der absolute Gipfel.
  • Inside | 09.09.2009, 13:31

    bei unbekannte Telefonnummern

    auf meinem Display (ADSL sei dank), hebe ich gar nicht erst ab. ich
    bin "nicht zu Hause", mein Telefonbeantworter geht an.
    Simpel aber effektiv, ich werde bereits genügend gestört
    während dem Abendessen, dabei ist dieses Abendessen in vielen
    Familien den einzigen termin, wo alle zusammensind.
  • chrusu | 07.09.2009, 19:16

    Staatliches Handeln braucht Rechtsgrundlage

    Öffentlichen Ämter haben ohne gesetzliche Legitimation nicht
    mehr Rechte als Private. Bürgernähe heisst nicht, ihm so nah
    zu kommen, dass er erdrückt wird. - Wenn schon eine schriftliche
    Voranmeldung erfolgt, ist nicht einzusehen, weshalb eine Umfrage nicht
    auch schriftlich erfolgen kann. Oder gilt das Motto: Warum eine
    günstigere Variante wählen, wenn es auch teurere gibt?
  • awegsg | 05.09.2009, 17:44

    ....nur mit eingeschriebener Ankündigung!!

    Da gibt es nur EINE Sicherheit:
    Die schriftliche Ankündigung muss eingeschrieben kommen &
    darin muss die Ansprechperson namentlich aufgeführt sein inkl.
    verfolgebarer Telefon-Nr. Ansonsten nimmt es mich dann wunder, wer die
    Zeche bezahlt...???
  • Mister_X | 04.09.2009, 11:46

    Was müssen wir uns vom Staat noch alles gefallen lassen... STOP genug ist genug...

    Warum kann der Staat diese Informationen nicht über das Steueramt
    einholen, ich muss schon jedes Jahr eine Steuererklärung
    ausfüllen (früher alle 2 Jahre) und nun verlangt der Bund
    das ich das alles am Telefon nochmals bekanntgeben muss und dafür
    noch 20 Min. meiner Zeit geben muss… Lieber Schweizer und
    Schweizerinnen, was müssen wir uns noch alles gefallen lassen,
    zuerst das Chaos mit Gaddafi’s Prügelknaben, dann der Vorschlag
    von Ihm persönlich die die Schweiz aufzuteilen… und nun kommt
    noch so was… genug ist genug… Wir ein freies Land… wohl kaum noch,
    für alles gibt es ein Gesetz, weder darf ich einem den
    Stinkefinger zeigen, noch Ihn beschimpfen man darf ja gar nicht’s mehr
    machen, lasst uns vereinen und uns gegen diesen Irrsinn vorgehen, nur
    vereint sind wir stark und können uns wehren.
    PS: Was ist wenn ich meinen Telefonanschluss kündige, was macht
    dann der Staat??? Oder Ruft er mich dann auf meinem Händy an???
    Lasst uns endlich zusammen stehen und dem Irrsinn ein Ende zu setzen,
    wir wollen unsere Freiheit und Verfassung und keinen Polizeistaat,
    Vorschriften und Regeln braucht es im Leben aber nicht für jeden
    seich eine… Muss das Schweizer Volk vor dem Bundeshaus stehen und es
    stürmen um seine Freiheit wieder zu erlangen wie einst Winkelried
    als Held starb und der Schweiz zur Freiheit zu verhelfen… Winkelried
    Du bis nicht um sonst
    gestorben…(http://www.sagen.at/texte/sagen/schweiz/allgemein/arnold_wi
    nkelried.html)
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