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Im Reisebüro ist der Kunde selten König. Eine Stichprobe des K-Tipp bei 16 Büros zeigt: Nur fünf erhielten die Noten «gut» oder «sehr gut».
Warum ins Reisebüro gehen, wenn auch bequem und einfach übers Internet gebucht werden kann? Wegen der persönlichen Beratung, so das Argument aus der Reisebranche. Doch die Beraterqualität ist längst nicht so, wie sie sein sollte. Das zeigt eine Stichprobe, die der K-Tipp in 16 unabhängigen Büros in Basel, Zürich, Bern und St. Gallen vergenommen hat. Jedes Büro wurde drei Mal getestet.
11 der 16 Besuchten erhielten nicht einmal die Note «gut», wie dem Artikel «Nur wenige Reisebüros sind eine Reise wert» zu entnehmen ist. Vier mussten gar als «ungenügend» eingestuft werden. «Sehr gut» erhielten nur gerade zwei Reisebüros. Bemerkenswert dabei: Es handelt sich um Kleinstbüros, in denen sich der Inhaber noch selber an den Tisch setzt und den Kunden berät.
Auffallend war, viele Berater wissen nicht mehr, als das, was im Katalog steht. Die Reaktion in der Branche auf die Vorwürfe ist unterschiedlich. Einzelne nehmen die Stichprobe als Anlass, Verbesserungen vorzunehmen. Viele aber bemängelten die Qualität der Untersuchung. Walter Kunz, Geschäftsführer des Reisebüro-Verbandes, sagte gar: «Einen Teil der gestellten Fragen halte ich für realitätsfremd. Ich stelle die Benotung in Frage.»
Bei dieser Haltung gegenüber den Kunden erstaunt es nicht, wenn viele lieber im Internet buchen.
Der K-Tipp ist für 3 Franken am Kiosk erhältlich.
30. Oktober 2008 | Daniel Jaggi
