@carlocuster: Das sehe ich etwas anders. Für mich ist die
Trennung von Betriebssystem- und Hardware-Hersteller ein
Auslaufmodell. Man schaue sich nur die ganzen Probleme im Umfeld von
Windows an. Ich arbeite seit über 20 Jahren in der
Software-Entwicklung und habe selten ein Windows-System gesehen, das
rundum reibungslos läuft. Und sei es nur, dass Windows immer
langsamer wird und bei reger Nutzung einmal pro Jahr neu installiert
werden sollte. Diesen ganzen Ärger bin ich los, seit ich von 3
Jahren bei Apple gelandet bin.
Aber zurück zu Android: Klar ist Andorid Open Source. Aber man
darf sich nichts vormachen: Die Handy-Hersteller verkaufen Hardware.
Und wenn Google Android fallen lässt, werden eben Windows mobile
7-Handies verkauft (werden sie sowieso). Die werden den Teufel tun und
Android weiterentwickeln. Somit wird die Entwicklung bestenfalls von
der Opensource-Community weitergetrieben.
Dass Android noch auf dem ersten Android-Handy läuft, mag sein.
Gut läuft es aber sicher nicht, denn Android läuft - was man
so liest - sowieso nur auf den aktuellen Topmodellen richtig
flüssig. Zudem ist das erste iPhone (das es ja nur in den USA
gab) schon deutlich älter als das älteste Android, daher ist
der Vergleich nicht ganz fair ;-) Android 4 wird sicher auch nicht
mehr auf den ersten Android-Handies laufen, oder wenn, dann so mies,
dass man es lieber lässt...
Was das Thema Security betrifft, ist in der letzten Ausgabe von CT ein
interessanter Bericht drin. Fazit: Grundsätzlich sind beide
Systeme (natürlich) nicht wasserdicht, aber das iPhone hat die
Nase vorn. Insbesondere die rigorose Handhabung des App Stores durch
Apple macht das iPhone für Kriminelle weniger interessant. Wir
werden sehen, was die Zukunft bringt.
Aber letztlich muss jeder selbst entscheiden, was er will. Ich gebe
zu, dass meine Sympathie Apple auch darum gilt, weil sie die
Innovatoren sind. Die anderen kopieren nur stupide die guten Ideen und
bringen selbst nichts Eigenständiges zustande (siehe auch die
neue Schwemme an iPad-Clones). Und das geht mir etwas auf den Sack ;-)
Ich habe letzte Woche ein Android Handy eingerichtet. Ohne Heirat mit
Google geht übrigens gar nichts. Ob ich jetzt Apple oder Andoid
nutze, ich brauche ein gewisses Vertrauen in die Unternehmen. Das
meine Verbraucherdaten weitergegeben werden ist mir übrigens klar
und stört mich nicht im geringsten.
Ich benutze seit 2 1/2 Jahren ein iPhone und mache folgendes Fazit:
Die Verfügbarkeit über die ganze Zeit betrug 100%. Das
Gerät erhielt in der Zwischenzeit diverse Software-Updates die
jeweils automatisch mit meinem Einverständnis über iTunes (3
Mausklicks) ausgeführt wurden. Das eine automatische
Datensicherung ausgeführt wurde ist selbstverständlich.
Diese Verfügbarkeit und Einfachheit ist mir das wichtigste
überhaupt. Ich schätze die jetztige Verbindung von Hard- uns
Software aus dem gleichen Haus. Kein anderer Hersteller kann im Moment
ein gleichwertiges Produkt anbieten.
Kauf was ihr wollt, seit glücklich damit und stänkert nicht
immer auf den anderen herum.
@outrunner64: Mit den Updates verhält es sich eben gerade
umgekehrt: Android ist Open Source. Wenn Google nicht mehr will, kann
jemand anderes weiter machen. Wenn Apple nicht mehr will, schauen die
Kunden in die Röhre. Die aktuelle Android-Version läuft
danke der Community sogar noch auf dem ersten Android-Handy, dem G1.
Auf dem ersten IPhone kriegt man iOS 4 nicht mehr zum laufen. Ganz
abgesehen davon, kann man sich zum Preis eines IPhones jedes Jahr ein
neues Android-Handy mit der aktuellesten Version kaufen.
Was den Market/AppStore betrifft, so kann auch die strikte Kontrolle
von Apple nicht ausschliessen, dass eine Software spioniert. Durch den
fehlenden Abstraktionslayer bei iOS (Android Apps laufen in einer
Sandbox, Ressourcen müssen explizit angefordert werden und werden
den Benutzer transparent gemacht) ist die Gefahr auf dem IPhone sogar
noch erheblich grösser.
Letztlich ist es eine Frage, ob man lieber in einer Demokratie
("Jeder wird als mündiger Bürger behandelt") oder
einer Diktatur ("Der Staat bzw. Apple weiss schon, was gut
für Dich ist") leben will. Zum Glück haben wir noch die
Wahl.
Ich finde es sehr gut, dass Apple rigoros über die Qualität
seiner Produkte wacht. Die vielzitierte "User Experience"
bei Apple-Produkten sucht ihresgleichen. Android-Handys fühlen
daneben irgendwie "gewollt, aber nicht gekonnt" an.
Apropos Android: Android wird mit ganz anderen Problemen zu
kämpfen haben. Erstens ist es für Google kein strategisches
Produkt, sie verdienen ja nichts damit. Sie können das von heute
auf morgen fallen lassen (wie z.B. kürzlich Google Wave oder ihr
eigenes Android-Handy). Zudem schert sich Google keinen Deut darum,
was im Android Market angeboten wird. Die Folge: Viel Schrott,
Trojaner usw. Auch das Raubkopieren ist für Android-Entwickler
ein grosses Problem. Für Entwickler ist Apples App Store die
deutlich attraktivere Plattform und das wird nach dem ersten
Android-Hype zu spüren sein.
Und dann gibt es auch keinen klaren Upgrade-Pfad für
Android-Handys. Schon jetzt gibt es diverse Modelle, die nicht auf
Android 2.2 aktualisiert werden können. Android 3.0 (kommt
nächstes Jahr) soll Gerüchten zufolge nicht mal auf den
gerade erschienenen neuen HTC-Modellen laufen. Da bleibe ich lieber
bei Apple, die ihre Produkte nachhaltig pflegt (soweit es die Hardware
zulässt).
Ich bin seit einem Jahr eine teilweise glückliche
iPhone-Besitzerin und würde mir keines mehr kaufen. Ich finde
Einiges daran super - anderes ebenfalls eine Abzockerei. ich habe mein
Lehrgeld bezahlt - und steige beim nächsten Handy-Kauf auf
Samsung um :-)
Was hat iTunes mit Geldgier zu tun? Niemand zwingt sie im iTunes Store
einzukaufen. Sie könne MP3 oder Podcasts ebensogut woanders
runterladen dann in iTunes nutzen.
Und das Apple Jünger immer das iPhone im Café auf den
Tisch legen können sie gar nicht wissen. Vielleicht hat ja der
Herr am Tisch nebenann (der kein Handy auf den Tisch legt) sein iPhone
in der Tasche? Diese Anmerkung von Ihnen ist einfach nur
Stammtischniveau.
Ich will niemanden beeindrucken, sonst hätte ich ja ein IPhone...
...aber mir ist aufgefallen, dass die Apple-Jünger eine
Angewohnheit haben, dass sie, bevor sie sich in einem Café an
einen Tisch setzen immer jeweils zuerst mal ihr IPhone auf den Tisch
legen. Wie wenn sie sagen wollten: "Seht her, ich hab ein
schickes IPhone!".
ITunes ist kein gutes Programm, denn es wäre schlicht nicht
notwendig. Der Zwang dazu liegt nur an der Geldgier von Apple. Bei
einem 1000-fränkigen Gerät ist das eine Frechheit.
Ein MP3 als Klingelton verwenden konnte ich schon vor 6 Jahren mit
meinem billigen SonyEricsson. Und das ohne noch zusätzlich ein
App zu kaufen oder gar das Gerät zu "jailbreaken".
Ja, carlokuster, wieso wollen Sie mit einem Handy andere beeindrucken?
Hat das vielleicht mit Ihrem Alter zu tun? Könnte ja sein, da
offenbar die Wahl des Klingeltons für Sie so wichtig ist.
Übrigens, wer aus einem MP3 einen Klingelton selbst erstellen
möchte, findet genügend Apps die das tun.
Klar. Apple Produkte sind teurer als andere. Dennoch bereue ich zu
keiner Zeit die Investition in mein Mac Book Pro. Die
Verarbeitungsqualität dieses Notebooks ist einfach konkurrenzlos.
Zudem sieht es schicke aus und hat mit OSX das gegenüber Windows
bessere Betriebssystem. Und der iTunes Zwang ist mir egal, iTunes ist
ein gutes und einfach zu bedienendes Programm.
Eines müssen Sie mir aber noch erklären. Wieso wollen Sie
mit einem Handy andere beeindrucken?
Man muss die überteuerten Apple-Produkte ja nicht kaufen. Es gibt
genügend gleichwertige oder bessere Alternativen, die ohne
Bevormundung, sinnlose Einschränkungen und ITunes-Zwang
funktionieren. Schon mal versucht, ein MP3 aus der eigenen Sammlung
als Klingelton zu verwenden? Auf einem IPhone unmöglich. Und
beeindrucken kann man heutzutage mit einem IPhone sowieso niemanden
mehr. Das offene Android ist die Zukunft.