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Ich möchte mich gegen fallende Börsenkurse absichern. Nun liest man ja immer wieder von Kapitalschutzprodukten, bei denen das investierte Kapital vor Verlusten geschützt ist. Was halten Sie von solchen Anlagen?
Produkte mit Kapitalschutz garantieren am Verfalldatum die Rückzahlung eines bestimmten Betrags. Die Anbieter von solchen Produkten können diese Garantie in der Regel nur geben, weil sie festverzinsliche Anlagen wie Obligationen mit Optionen kombinieren. Die festverzinsliche Anlage garantiert die Rückzahlung des investierten Kapitals. Die Optionen bieten Chancen auf Gewinne.
Dieser Kapitalschutz ist verlockend, aber mit einer Reihe von Nachteilen verbunden:
- Der Investor verzichtet damit auf einen Teil der möglichen Rendite, die er ohne eine entsprechende Absicherung realisieren könnte. Je höher der Kapitalschutz ist, desto höher sind die Abstriche bei der Rendite.
- Die Gebühren auf Kapitalschutzprodukten sind meist hoch. Die Gebührenstruktur ist aber undurchsichtig. Der Investor weiss nicht, wie viel ihn ein solches Produkt kosten wird.
- Der Emittent hält die Dividendenzahlungen bei Produkten, die auf Aktien oder Indizes basieren, in der Regel zurück.
- Der Kapitalschutz erstreckt sich meist nur auf den Nominalwert. Wer einen Titel an der Börse kauft und dafür einen höheren Preis als den Nominalwert bezahlt, hat keinen vollumfänglichen Kapitalschutz.
- Das Kapital ist nur bei Verfall garantiert. Wer früher aussteigt, muss mit Verlusten rechnen.
- Und schliesslich besteht bei jedem strukturierten Produkt auch das Risiko, dass der Emittent zahlungsunfähig wird und der Anleger dann möglicherweise sein ganzes Kapital verliert.
Wie man einen kostengünstigen Kapitalschutz selbst macht, lesen Sie auf Seite 19.
(plü)
25. Oktober 2006