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Ich habe eine halbe Million Franken geerbt, die ich jetzt investieren möchte. Nun höre ich immer wieder, dass wohlhabende Investoren eine Privatbank mit der Anlage ihres Vermögens betrauen. Was spricht eigentlich für und was spricht gegen die Vermögensverwaltung bei einer Privatbank?
Für die Privatbanken spricht sicher die Beratungsqualität in der Kundenbeziehung. Die persönliche Betreuung und Beratung der Kunden über Jahrzehnte und Generationen hinweg ist eine der Kernkompetenzen der meisten Schweizer Privatbanken. Diese lassen sich die hochwertige persönliche Kundenbetreuung natürlich auch vergüten.
Privatbanken werben zudem mit ihrer Unabhängigkeit. Denn anders als die Geschäftsbanken lancieren vor allem die kleineren Häuser keine eigenen Anlageprodukte, sondern wählen Fonds und strukturierte Produkte unabhängig vom Anbieter frei am Markt aus. Damit sind die Auswahl und die Wahrscheinlichkeit, das Richtige zu finden, grösser.
Allerdings sind heute nicht mehr allzu viele Privatbanken tatsächlich noch unabhängig. So gehören beispielsweise die Bank Leu und die Bank Hofmann zur Credit Suisse Group und die Zürcher Bank Rüd, Blass & Cie AG ist eine Tochter der Deutschen Bank.
Mit 500 000 Franken können Sie bei den meisten Privatbanken als Neukunde anheuern. Mit diesem Betrag sind Sie aber ein kleiner Fisch und erhalten wohl meist eine mehr oder weniger standardisierte Portfoliozusammenstellung. Ein unverbindliches Erstgespräch wird darüber schnell Aufschluss geben. Will man Sie mit einem Fondsportfolio abspeisen, können Sie sich auch an die günstigeren Geschäfts- oder Staatsbanken wenden.
(wil)
14. Dezember 2005