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Beratung | K-Geld 1/2005

Aktien Osteuropa: Ist der Börsenboom jetzt vorbei?

Letztes Jahr zählten die osteuropäischen Börsen zu den klaren Gewinnern. Ist der Boom jetzt vorbei?

Der EU-Beitritt im letzten Mai hat den ehemaligen Ostblockstaaten viel Schub gegeben. Davon zeugen die rasant gestiegenen Kurse an den Ostbörsen. Dass damit der Prozess der Angleichung an die westeuropäische Wirtschaft abgeschlossen ist, glauben jedoch die wenigsten Experten. Der nächste grosse Schritt steht 2010 mit der geplanten Einführung des Euro bevor.

Vor allem aber boomt die Wirtschaft in Zentral- und Osteuropa weiter. Sie wächst rund dreimal so schnell wie im EU-Durchschnitt. Und das Konjunkturklima stimmt: Unternehmensgewinne, Realeinkommen und Konsumausgaben steigen.

Flexible Arbeitsrechte, kombiniert mit niedrigen Löhnen und attraktiven Steuersätzen, werden weiterhin dafür sorgen, dass der Westen kräftig in den Osten investiert. Zudem sind die politischen Risiken in den neuen EU-Ländern deutlich gesunken.

Das gilt nicht für Russland. Seit Putins Machtübernahme hat sich das Land zwar stabilisiert, die politischen Unwägbarkeiten und die bürokratische Willkür sind aber geblieben, wie der Fall des Ölkonzerns Yukos zeigt.

Auch die Aktienbewertungen sprechen für Ostanlagen. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 9 bis 12,5 - in der Schweiz bei rund 14. Dieser Unterschied ist auf den ersten Blick nicht berauschend, angesichts des viel höheren Wirtschaftswachstums aber enorm.

Fazit: Der fortschreitende Transformationsprozess macht in einem breit diversifizierten Depot Osteuropa als Anlageregion interessant. Am besten eignen sich aktiv gemanagte Fonds. Bei der Fondswahl im Zentrum steht das Risiko. Es lässt sich mit einer Faustregel einschätzen: Je höher der Russlandanteil, desto grösser die Risiken - und Chancen.

Empfehlenswert für Anleger, die einen hohen Russlandanteil bevorzugen, sind der ADIG European Emerging Market Fund und der Baring GUF-Eastern Europe Fund. Für Anleger, welche die politischen Risiken kleiner halten wollen, sind der DWS Osteuropa und der Templeton Eastern Europe Fund eine gute Wahl.

(mv)

02. Februar 2005


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