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Beratung | K-Geld 3/2004

Was soll man von Obligationen mit Teuerungsschutz halten?

Einzelne Banken preisen neuerdings Obligationenfonds mit Teuerungsschutz an. Ist das wieder so ein neuer Verkaufsgag oder taugen diese Fonds tatsächlich etwas?

Die Teuerung ist zurzeit zwar so tief wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Doch immer mehr Ökonomen glauben, dass das nicht mehr lange so bleiben wird. Zieht die Teuerung an, sind Obligationen-Anleger gleich doppelt bestraft: Weil die Zinsen steigen, sinkt der Kurswert ihrer Oblis, und am Ende der Laufzeit hat ihr Geld aufgrund der Teuerung weniger Kaufkraft.

Mit inflationsgeschützten Obligationen (englisch: Inflation Linked Bonds) kann man Gegensteuer geben. Ihr Coupon wird periodisch - in der Regel alle sechs Monate - an den so genannten Liborzins angepasst oder die Couponzahlung ist an den Konsumentenpreis-Index gekoppelt. Den Teuerungsschutz muss sich der Anleger über einen leicht tieferen Coupon erkaufen.

Inflationsgeschützte Staatsanleihen (englisch: Tips) rentierten im letzten Halbjahr sogar trotz rekordtiefer Teuerung besser als traditionelle US-Staatsanleihen. Der Grund: Die Anleger glauben, dass die Zinsen steigen, dadurch erhöht sich die Nachfrage nach solchen Papieren.

Angesichts der gestiegenen Teuerungsgefahr empfiehlt es sich im Moment, höchstens 10 Prozent des Obligationenanteils in solche Produkte zu stecken. Allerdings gibt es bisher nur drei Schweizer Fonds dieses Typs - von der Clariden Bank, der CS sowie der Liechtensteiner LGT Bank. Im angelsächsischen Raum ist das Angebot dagegen riesig. Allerdings müssen Schweizer Anleger dort zusätzlich Währungsrisiken in Kauf nehmen.

(ve)

26. Mai 2004


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