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Beratung | K-Geld 2/2004

Was ist faul bei Kapitalschutz-Fonds?

UBS und CS bieten Fonds an mit bis zu 100 Prozent Kapitalschutz. Das kommt mir stark entgegen. Was aber haben die Banken von so grosszügigen Angeboten? Gibt es einen Haken dabei?

Keine Bank legt Fonds aus reiner Menschenliebe auf. Das ist auch bei den Fonds mit Kapitalschutz nicht anders. Das zeigt sich alleine schon an den nicht zu knapp bemessenen Gebühren von einem bis gut anderthalb Prozent pro Jahr. Zudem schöpfen die Banken oft einen Teil der Rendite und Dividendenzahlungen ab.

Die Fonds, die man an Namen wie Dynamic Floor, Limited Risk oder Capital Protect erkennt, kommen Anlegenden entgegen, die hohe Sicherheit suchen. Die teure Absicherung hätte sich jedoch vor allem in den letzten Crash-Jahren bezahlt gemacht - in Zeiten stabiler oder steigender Kurse macht sie wenig Sinn. Denn damit verkauft man einen Grossteil der Gewinnchancen.

Fast alle Absicherungsfonds investieren das meiste Gelder in festverzinsliche Papiere; das sorgt für den Werterhalt. Der kleine Rest wird nach einer relativ fixen Strategie (zum Beispiel mit Derivaten) risikoreicher angelegt; das soll die gewünschte Performance bringen.

Zwischen den einzelnen Absicherungsfonds gibt es jedoch grosse Unterschiede. Beispiel UBS: Je nach Kapitalschutz wird der Grossteil in Geldmarktpapiere (bei Fonds mit 100 Prozent Kapitalschutz), in Oblis (bei 95 %) oder in Aktien (bei 90 %) investiert. Bei anderen vornehmlich aktienlastigen Fonds greift der Kapitalschutz erst nach einer mehrjährigen Laufzeit. Das ist beim CPUplus von Credit Suisse der Fall.

Selbst bei 100-prozentigem Schutz hat man bei diesen Fonds aber nicht unbedingt den gesamten investierten Betrag auf sicher. Kauft man einen Fonds, der 2 Prozent über dem Floor (dem abgesicherten Betrag) notiert, sind nur gut 98 Prozent des Geldes gegen Verluste gefeit.

Fazit: Angesichts des aktuell sehr tiefen Zinsniveaus in der Schweiz sind die Kurschancen von Absicherungsfonds begrenzt. Euro- oder Dollar-Absicherungsfonds machen etwas mehr Sinn.

Der Nachteil dabei: Das Währungsrisiko ist nicht versichert. Sinnvoller scheint deshalb, in unterschiedliche Anlageklassen und Märkte zu diversifizieren. Auch für kleine Portemonnaies eignen sich Strategiefonds deshalb viel besser.

(mv)

31. März 2004


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