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Ich habe gehört, dass Floating Rate Notes - eine spezielle Art von Obligationen - attraktiv bei steigenden Zinsen seien. Widerspricht das nicht dem Grundsatz, dass Obligationenkurse bei steigenden Zinsen fallen?
Es stimmt, dass die Kurse von Obligationen fallen, wenn das Zinsniveau steigt. Das gilt jedoch nur für herkömmliche Oblis mit fixem Coupon. Bei den Floating Rate Notes verhält es sich anders: Hier wird der Zins meist alle sechs Monate angepasst - in der Regel jenem Zinssatz, den die Banken in London einander für Kredite mit kurzer Laufzeit offerieren. Dadurch profitieren Anleger bei Floating Rate Notes von steigenden Zinsen. Weiterer Vorteil: Weil der Coupon regelmässig angepasst wird, fallen die Kursschwankungen geringer aus. Die Obligationen entwickeln sich deshalb ruhiger und steter.
Floating Rate Notes eignen sich also besonders für unsichere Zeiten und bei steigenden Zinsen. Dann sind sie die ideale Beimischung in ein Obligationen-Portefeuille; ihr Anteil darf bis zu einem Fünftel ausmachen. Das Angebot ist in der Schweiz aber verschwindend klein. Und Floater-Fonds sind uns keine bekannt.
Noch aber scheint der Zeitpunkt für einen Kauf von Floating Rate Notes eher früh. Das wird sich ändern, wenn die Zinsen steigen - was sie aller Voraussicht nach zuerst in den USA tun. Für Engagements in Euro kann man sich deshalb noch mehr Zeit lassen.
(mv)
02. April 2003